Die Spessart Top-Ten – Wo es im Spessart am Schönsten ist

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Wir hier am Untermain müssen nicht weit weg fahren, um uns zu erholen und eine wunderbare Landschaft zu genießen. Denn der Spessart liegt direkt vor unserer Haustüre. Und der Spessart hat nicht nur viel zu bieten, er ist – anders als die Großstadtregion Frankfurt/Offenbach – ruhig, natürlich und beschaulich. „Dies ist eine alte Landschaft. Die gibt es gar nicht mehr; hier ist die Zeit stehengeblieben. Wenn Landschaft Musik macht: dies ist ein deutsches Streichquartett. Wie die hohen Bäume rauschen, ein tiefer Klang …“. So treffend beschrieb Kurt Tucholsky 1927 auf einer Wanderung die Einmaligkeit des Spessarts. Apropos Wandern. Das kann man im Spessart natürlich hervorragend. „Unser Spessart bietet ausgezeichnete Wanderwege“, erklärt Dr. Gerrit Himmelsbach, 1. Vorsitzender des Spessartbunds im Interview (siehe hier). Und der Spessartbund sorgt dafür, dass das auch so bleibt.

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Blick vom Ludwigsturm in den Spessart


Doch der Spessart bietet nicht nur Wald, malerische Täler, urige Wirtshäuser und gute Wanderwege. Er wird umfasst vor allem vom Main, aber auch von Kinzig und Saale. Und gerade am Main stehen wuchtige Burgen wie die Henneburg in Stadtprozelten und schmucke Fachwerkstädte wie Miltenberg, Wertheim, Lohr oder Gemünden. Aber auch an der Kinzig ist es malerisch, zum Beispiel in der Barbarossastadt Gelnhausen. Kurzum, im Spessart gibt es so viele schöne Flecken, dass eine Beschränkung auf zehn schwer fällt. Wir haben es trotzdem versucht und hier eine selbstverständlich rein subjektive Auswahl getroffen. Natürlich hat fast ein jeder seinen Lieblingsort im Spessart und den soll er auch behalten.

(1) Die Lichtenau und das Hafenlohrtal
Die mitten im Wald gelegene Lichtenau stellt „Die Perle des Spessarts dar“. Dies schreibt zumindest Kurt Tucholsky, der mit seinen Wandergenossen bei der Einkehr ins Wirtshaus erfuhr, dass wenn der Frankenwein nach dem Korken schmeckt „möpselt“. Nach dieser Erfahrung wurden gleich mehrere Flaschen probiert. Vor allem kann man von der Lichtenau aus wunderbar die Gegend erkunden. Denn hier beginnt mit dem schönen Hafenlohrtal ein Paradies zum Wandern. Zum Glück sind die Pläne der Bayerischen Staatsregierung inzwischen vom Tisch, das mit schönste und natürlichste aller Spessarttäler durch einen Trinkwasserspeicher zu zerstören.

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Die Lichtenau – Gasthaus im Hochspessart


(2) Lohr mit dem Spessartmuseum
Das Schneewittchen stammt aller Wahrscheinlichkeit nach nicht aus Lohr. Dieses Gerücht haben die Löhrer wohl vor allem in die Welt gesetzt, um den Fremdenverkehr zu fördern. Denn Lohr ist schön, könnte aber bekannter sein. Lohr hat eine schöne Altstadt mit reichlich Fachwerk und von Lohr aus kann man schöne Wanderungen unternehmen. Zum Beispiel über den Spessartweg 1 über Maria Buchen und der Burgruine Schönrain nach Gemünden. Vor allem steht in Lohr ein „verwunschenes“ Schloss aus dem 16. Jahrhundert, das zu dem Märchen Schneewittchen passen würde. Im Schloss befindet sich mit dem Spessartmuseum eine Schatzkammer des Spessarts. Anschaulich dargestellt werden u.a. Themen wie Spessarträuber, Glück & Glas, so lebten unsere Urgroßeltern, Ritter, Schloss und Edelfrauen oder Fürsten, Förster, Wilderer. Das Spessartmuseum sollten Sie unbedingt einmal besuchen, Sie werden begeistert sein!

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Das Spessartmuseum in Lohr


(3) Schloss Mespelbrunn
Oh, wie haben wir gelacht! Als wir Anfang der 90er-Jahre an der Ostsee in Urlaub waren, rätselten die „Fischköpfe“ für was denn das Nummernschild MSP steht. „MSP heißt doch bestimmt Mespelbrunn“, waren sie sich nach langer Diskussion schließlich sicher. Vom Landkreis Main-Spessart (MSP) hatten sie noch nie gehört, aber das Schloss in Mespelbrunn ist auch im hohen Norden bekannt. Das mitten im Spessart in einem Seitental gelegen Wasserschloss aus dem 15. Jahrhundert stellt ein echtes Kleinod dar, das überall abgebildet wird und für den Spessart steht. Ein Besuch des Renaissanceschlosses und seiner Räumlichkeiten lohnt. Werner Dettelbacher schreibt in seinem Kunst-Reiseführer Frankens: „Zu jeder Jahreszeit sollte man sich am Anblick des Schlosses weiden.“

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Das Schloss Mespelbrunn im Winter


(4) Gelnhausen mit Kaiserpfalz
Im Jahre 1170 gründete der Kaiser Barbarossa die Reichsstadt Gelnhausen. Gleichzeitig legte der Staufer daneben eine Kaiserpfalz an. In Form der Pfalzen hatten die mittelalterlichen Herrscher wechselnde Regierungssitze. Daneben diente die Kaiserpfalz auch der Repräsentation und fungierte als Jagdschloss. So bedeutend war Gelnhausen. Die Kaiserpfalz kann auch heute noch besichtigt werden. Nicht alles ist erhalten geblieben, doch genug zu sehen bleibt. Einfach einmal hin fahren. Darüber hinaus bietet Gelnhausen eine große, schöne Altstadt mit vielen Fachwerkhäusern sowie eine gut erhaltener Stadtmauer. Ein echter Ausflugstipp fürs Frühjahr!

(5) Die Hohe Warte und die Bayerische Schanz
Was den Spessart auszeichnet, sind seine mitten im Wald gelegenen Wirtshäuser, an Stellen, an denen oft mehrere Wanderwege kreuzen. Hier lässt es sich leben. Hier kann man im Frühjahr, im Sommer oder im Herbst im Freien sitzen, Rast machen und einen Apfelwein, einen Apfelsaft oder ein Bier trinken. Und auf geht es zur nächsten Wanderetappe. Ein solcher Ort ist die auf der Höhe zwischen Soden und Hessenthal gelegene Hohe Warte (auch Mespelbrunn ist von hier nicht weit). Oder die zwischen Ruppertshütten und Lohrhaupten gelegene Bayerische Schanz, eine ehemalige Grenzstation zwischen Bayern und Hessen. Wenn im Winter Schnee liegt, kann man von der Schanz aus auch prima Langlauf machen.

(6) Miltenberg mit Mildenburg, Main-Schifffahrt und Kloster Engelberg
In Miltenberg schlägt das wahre Herz von Deutschland, meinte schon Elly Heuss-Knapp, die Frau des früheren Bundespräsidenten Theodor Heuss. Denn das wunderbar am Main zwischen Spessart und Odenwald gelegene Miltenberg ist knapp 900 Jahre alt und beeindruckt mit einer mittelalterlichen Altstadt mit viel Fachwerk. Hinzu kommt ein traumhaft schöner Platz wie das Schnatterloch sowie die darüber thronende Mildenburg. Von Miltenberg aus lässt sich auch trefflich eine Schifffahrt auf dem Main unternehmen, Spessartwälder und Buntsandstein inklusive. Gegenüber von Miltenberg liegt das Kloster Engelberg mit Klosterschänke und einem herrlichen Blick über das Maintal. Hier beginnt auch der Eselsweg, der den Spessart als Höhenweg von Süd nach Nord durchzieht – ein Muss für engagierte Wanderer.

(7) Kahlquelle mit Bamberger Mühle und Ludwigsturm mit Berggasthof Hahnenkamm
Einer der schönsten Täler im Spessart ist der Kahlgrund. Dabei lohnt ein Ausflug zur Kahlquelle bei Schöllkrippen. Anschließend bietet sich die Bamberger Mühle zur Einkehr an. Von hier aus erschließen sich Wanderern viele schöne Routen. Am anderen Ende des Kahlgrunds ragt hoch über Alzenau der Bergrücken Hahnenkamm hervor. Am mit 437 Meter höchsten Punkt des Hahnenkamms steht der 1880 erbaute und im Jahr 2004 erneuerte Ludwigsturm. Von dem 16 Meter hohen Turm aus kann man über den Spessart schauen oder über das Maintal bis nach Frankfurt. Direkt neben dem Ludwigsturm lädt der zünftige Berggasthof Hahnenkamm zur Einkehr ein. Sie wissen es sicher schon: Auch von hier aus lässt sich wunderbar durch die Wälder des Spessarts wandern.

(8) Henneburg, Wertheim, Kartause Grünau und Mühlental
Der Spessart hat so viel Sehens- und Erlebenswertes zu bieten, dass wir hier gleich vier räumlich nahe beieinander liegende Highlights zusammengefasst haben. Diese lassen sich leicht im Rahmen eines Sonntagsausflugs genießen. Über Stadtprozelten thront die 1127 erbaute und noch recht gut erhaltene Henneburg. Die staufische Höhenburg ist ein gewaltiges Bauwerk, das vor allem Kinder begeistert. Toller Blick über Main und Stadtprozelten natürlich mit inbegriffen. Von der Henneburg ist es nicht weit nach Wertheim, der Stadt, in der die Tauber in den Main mündet. Wertheim verwöhnt uns mit einer wunderbaren Altstadt von der wir binnen weniger Minuten hoch auf die Burg über der Stadt gehen können.

Ganz in der Nähe liegt Hasloch. Wen wir von hier aus Richtung Schollbrunn fahren, kommt bald der Abzweig zur mitten im Wald gelegenen Kartause Grünau. In dem 1281 gegründeten Karthäuserkloster findet sich inzwischen ein Gasthaus mit Biergarten. Praktisch gegenüber dem Abzweig zur Kartause geht es in das schöne Mühlental mit Nickelsmühle, Schreckenmühle und Zwieselmühle. Einfach traumhaft schön ist es hier! Fahren sie doch einmal hin.

(9) Klingenberg mit Clingenburg und Festspielen
Zwischen Aschaffenburg und Miltenberg liegt Klingenberg mit seiner kleinen, aber wunderbaren Altstadt. Hier ist es warm, hier wächst mit dem Klingenberger Roten ein erstklassiger Wein. Über der Stadt liegt die um 1100 erbaute Clingenburg; hier verwöhnt uns am Nachmittag die Sonne und wir können auf Main und Staustufe blicken. Im Sommer bieten die Clingenburg-Festspiele tolle Aufführungen mit einmaliger Atmosphäre.

(10) Aschaffenburg mit Schloss und Pomejanum
Das Bayerische Nizza, der wärmste Fleck Bayers liegt in Ascheberg am Mainknie. Hier thront das berühmte Aschaffenburger Schloss aus Spessart-Buntsandstein über dem Fluss. Hier hat König Ludwig I von Bayern sein Pompejanum (den Nachbau einer römischen Villa aus Pompeji) errichtet. Und von hier aus lässt sich mit Auto oder Bahn gut einen Ausflug in den Spessart unternehmen.

Ja, ich weiß, liebe Leser: Vieles gehört noch zum Spessart, das hier nicht erwähnt wurde. Die Skigebiete am Engländer, in Heigenbrücken und Frammersbach zum Beispiel. Die vielen Feste im Spessart und noch einiges mehr. Aber bei den Top-Ten konnten wir eben nicht alles erwähnen.

Es wird endlich Frühjahr. Nun lasst uns froh durch Spessartwälder ziehen! (Text + Fotos: wrü)

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