Intervallfasten: Abnehmen ohne Jo-Jo-Effekt

Mit dem Intervallfasten kommt eine neue Abnehm-Methode aus den USA, die leicht in den Alltag zu integrieren ist und die nach Meinung vieler Experten nicht den ungewünschten Jo-Jo-Effekt zur Folge hat.

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Jetzt ist wieder Frühjahr und wer zu viele Pfunde hat, der denkt ans Abspecken. Entsprechend stellen fast alle Frauenzeitschriften auch die neuesten oder effektivsten Diäten in ihren Titelgeschichten vor. Bei vielen Diäten gibt es aber zwei Probleme: Erstens sind Diäten nicht immer leicht handhabbar oder in den Alltag zu integrieren; man muss für sie speziell einkaufen oder kochen, was besonders im Berufsleben oft beschwerlich ist. Zweitens droht nach einer Diät, die Pfunde purzeln lässt, stets der Jo-Jo-Effekt. Wer nach mehreren Tagen oder Wochen Diät dann wieder normal ißt, legt wieder zu. Häufig ist bereits wenige Wochen nach der Diät das Ausgangsgewicht wieder erreicht. Mitunter droht letztendlich sogar eine Gewichtszunahme. Zumindest bis zur nächsten Diät.

Nun kommt mit dem Intervallfasten eine neue Methode aus den USA, die leicht in den Alltag zu integrieren ist und die nach Meinung vieler Experten nicht den ungewünschten Jo-Jo-Effekt zur Folge hat. „Dieses Fasten führt nicht zum Jo-Jo-Effekt“, erklärt zum Beispiel Professor Annette Schürmann, Diabetes-Forscherin am Deutschen Institut für Ernährungsforschung, im Interview mit der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Doch Intervallfasten ist nicht nur eine Diät. Studien deuten darauf hin, dass Intervallfasten der Gesundheit allgemein förderlich ist.

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Verschiedene Formen und viel Flexibilität
„Richtiges“ Fasten erstreckt sich normalerweise über mehrere Tagen oder mehrere Wochen. Intervallfasten ist wesentlich kürzer und erstreckt sich auf eine Dauer von vier bis 24 Stunden. Wobei das Fasten nur das Essen betrifft, eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, zum Beispiel über Wasser oder auch Kräutertees, sollte gewährleistet sein. Wenn nicht Intervall-gefastet wird, ernährt man sich übrigens ganz normal. Daher ist diese Diät auch so einfach anzuwenden und in den Alltag zu integrieren.

Eine Methode des Intervallfastens ist es, die nächtliche Essenspause durch Verzicht auf das Frühstück oder das Abendessen auf 16 Stunden zu verlängern. Häufig werden ganze Tage gefastet, was man flexibel handhaben kann. Die Methode, jeden zweiten Tag zu fasten, hat in Untersuchungen zur Gewichtsabnahme geführt; sie fordert aber den inneren „Schweinehund“ durch die Häufigkeit des Fastens doch stark heraus und dürfte auch dauerhaft kaum anzuwenden sein.

Sehr populär und in zahlreichen Büchern beschrieben ist die 5:2-Methode, nämlich an zwei Wochentagen die Nahrungsmittelzufuhr stark einzuschränken (500 Kilokalorien bei Frauen und 600 Kilokalorien bei Männern, jeweils in zwei Mahlzeiten am Tag) und an den anderen Wochentagen normal zu essen. So empfiehlt zum Beispiel der britische Arzt und Journalist, der das Abnehm-Buch „The Fast Diet“ schrieb an zwei Tagen die Wochen zu fasten. Dies kann zum Beispiel am Montag und Donnerstag sein oder natürlich auch an anderen Wochentagen, wie es persönlich am besten passt.

Doch es müssen nicht unbedingt zwei Tage die Woche sein. Intervallfasten funktioniert auch mit einem Tag in der Woche oder mit zu Beginn zwei Tage die Woche und dann später einer. Und wer sich für die zwei Tage entschieden hat, kann auch einmal in einer Woche, in der es nicht so passt, auf einen Tag reduzieren, um dann wieder auf zwei zu gehen.

Keine eigentliche Diät
Dass ein Jo-Jo-Effekt meist vermieden wird, liegt wohl an mehreren Gründen. Zum einen lässt sich Intervallfasten in individueller Ausprägung (wie beispielsweise ein Fastentag in der Woche) leicht auf Dauer in den Alltag integrieren; insofern ist es keine eigentliche, zeitlich befristete Diät, sondern eine Änderung der Lebensgewohnheiten. Zweitens entspricht kurzfristiges Fasten anscheinend der genetischen Disposition des Menschen, wozu auch das Speichern von Reserven gehört. „Unser Körper ist so konzipiert, dass er es schafft, auch längere Hungerperioden zu überstehen. Man muss nur etwas in der Evolution zurückgehen“, erläutert Professor Schürmann. Es entstehen wohl keine Mangelerscheinungen, die der Körper wie bei einer mehrtägigen Diät dann schnell aufholen will.

Fettleber ging zurück
Positive Ergebnisse für das Intervallfasten wurden auch bei Tierversuchen festgestellt. So bei Mäusen, deren Stoffwechsel laut Professor Schürmann dem des Menschen sehr ähnlich ist. Insofern sollten diese Resultate auch für den Menschen gelten. Bei zum Übergewicht neigenden Mäusen hat das Intervallfasten in wissenschaftlichen Untersuchungen auf jeden Fall gesundheitsfördernd gewirkt. „Vor allem Ansätze, bei denen jeden zweiten Tag oder zwei Tage die Woche gefastet wurde, führten dazu, dass die Fettleber zurückging und sich Blutfettwerte und Insulinsensivität verbesserten“, erklärt Professor Annette Schürmann im Interview mit der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.

Neue, interessante Methode
Alles in allem stellt Intervallfasten eine neue, interessante Methode dar, um möglichst ohne Jo-Jo-Effekt abzunehmen und zugleich den eigenen Gesundheitszustand zu verbessern. Da sich Intervallfasten leicht in den persönlichen Alltag integrieren lässt und sehr flexibel in der Anwendung ist, können Sie es einfach einmal ausprobieren, wenn Sie ihr Gewicht reduzieren wollen und ihr Arzt sein OK zu solch einer Diät gibt. Allerdings ist auch hier Ausdauer und Disziplin gefragt.

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