Die Miltenberg Top-Ten

Miltenberg – Die Perle am Main. Mit seinen prächtigen historischen Fachwerkhäusern und der malerischen Lage am Main darf Miltenberg in unserer Top-Ten-Serie natürlich nicht fehlen. Sicher waren viele unserer Leser schon in Miltenberg. Aber wissen Sie, warum das Schnatterloch eigentlich Schnatterloch heißt? Haben Sie schon mal auf der „Michelsmess“ das Festzelt gerockt? Kennen Sie die spannende Miltenberger Geschichte? Miltenberg hat viel mehr zu bieten als nur Fachwerkhäuser und die Mildenburg. Kneipen, Feste, Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten. Wir stellen Ihnen die Miltenberger Highlights vor und haben auch ein paar Geheimtipps für Sie.

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Die Miltenberger Skyline


(1) Die Mildenburg
Wer sich auf den steilen, aber malerisch schönen Aufstieg zur Burg macht, wird mit einer fantastischen Aussicht auf die Altstadt und das Maintal belohnt. Ende des 12.Jahrhunderts vom Mainzer Erzbischof erbaut, hat auch die Mildenburg eine turbulente Geschichte. Nach zahlreichen Zerstörungen, Wiederaufbauversuchen und Besitzerwechseln wurde die Burg 1979 von der Stadt Miltenberg erworben und saniert. Seit 2011 ist sie wiedereröffnet. Im Innern kann man nun im Museum Ikonen und zeitgenössische Kunstwerke der Kunstsammlung der Diözese Würzburg betrachten. Danach empfehle ich, im Innenhof der Burg bei Kaffee und Kuchen zu entspannen, bevor Sie sich wieder auf den anstrengenden Rückweg machen.

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Der verwunschene Weg zur Mildenburg


(2) Das Schnatterloch
„Schnatterloch“ nennen die Miltenberger ihren alten Marktplatz, der von schnuckeligen Fachwerkhäusern umgeben ist. In der Mitte steht der Marktbrunnen aus dem typischen roten Sandstein und durch den Schnatterlochturm am hinteren Teil des Platzes kommt man direkt auf den Fußweg zur Mildenburg. Diese Pforte in den Wald ist wahrscheinlich der romantischste Ort in der Mainperle. Man wartet fast auf den Ritter, der gleich auf seinem weißen Schimmel angeritten kommt, um die Jungfrau vor dem Drachen zu erretten. Das verwunschene Tor ist auch der Grund für den kuriosen Namen: Unter ihm befindet sich nämlich ein Loch, durch welches Wasser in eine Entwässerungsrinne abfließen kann. Hier war ursprünglich die Stadtgrenze und aus dem alten Begriff „Snade“ (=Grenze) wurde im Laufe der Zeit Schnatter – das Schnatterloch eben.

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Der Marktbrunnen am Schnatterloch


Anzeige: (3) Museum der Stadt Miltenberg
Direkt am Schnatterloch kann man (natürlich stilecht in historischen Fachwerkhäusern) in die Miltenberger Geschichte eintauchen. In sieben Abteilungen erfährt man das Wichtigste über die letzten 2000 Jahre in der Stadt und der Region. Die Miltenberger Geschichte beginnt zur Römerzeit, als die Stadt zwar nicht noch existierte, die Römer hier am Limes aber zwei Kastelle bauten. Münzen, Inschriften und Waffen im Museum zeugen von dieser Zeit. Auch nach dem Fall des Limes war die Region wegen ihrer guten Lage ständig besiedelt. 1237 wurde Miltenberg erstmals urkundlich erwähnt und wurde schnell zur größten Siedlung am südwestlichen Mainviereck. Einen Schwerpunkt legt das Museum auch auf die jüdische Geschichte der Stadt. So kann man zum Beispiel einen seltenen Omerkalender (zählt die Zeit zwischen den jüdischen Festen Pessach und Schawuot) aus dem 19. Jahrhundert betrachten. Auch das Alltagsleben der alten Miltenberger wird unter die Lupe genommen. Die vielen unterschiedlichen Themen und interessanten Ausstellungen machen das Museum zu einem Miltenberger Highlight.

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Das Museumswappen


Anzeige: (4) Gasthaus zum Riesen
Der „Riesen“ ist nach eigenen Angaben die älteste Fürstenherberge und das älteste Gasthaus Deutschlands. Bis zum Jahr 1158 kann man die Geschichte des Riesen zurückverfolgen. Und die Liste der illustren Gäste kann sich sehen lassen: Unter anderem verweilten hier Kaiser Barbarossa, Martin Luther, Heinz Rühmann und Elvis Presley. Heute können Sie in dem urigen Wirtshaus ein Riesen-Spezial trinken (ein Bier, das von der Faust Brauerei speziell für den Riesen gebraut wird). Dazu gibt es deftige fränkische Kost und im einmaligen Flair kann man einiges über die spannende Geschichte des Gasthofes erfahren.

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Der Riesen


(5) Mainpromenade und Mainbrücke
Einer der schönsten Plätze in Miltenberg ist natürlich das Mainufer. Auf den Liegewiesen und den bequemen Liegestühlen kann man auch einen ganzen sonnigen Tag verbringen. Dazu gibt es Getränke und Snacks zu kaufen und man kann sogar Picknickkörbe und Decken leihen. Aber natürlich kann man auch die Mainpromenade entlang spazieren und die malerischen Blick auf die Altstadt, auf der ganz oben die Mildenburg thront, genießen. Wie Sievielleicht mitbekommen haben, wurde die Mainpromenade zum Hochwasserschutz lange (mehr als 15 Jahre lang) umgebaut und erst 2016 eröffnet. Seitdem findet jeden Sommer am Mainufer auch das Miltenberger Mainfest statt. Flaniert man die Promenade entlang, landet man an der Mainbrücke. Die Mainbrücke, welche die Miltenberger Altstadt mit Miltenberg Nord verbindet, gehört zu den moderneren Sehenswürdigkeiten Miltenbergs. Erst 1900 wurde sie erbaut, davor konnte man den Main nur mit einer Fähre überqueren. Im zweiten Weltkrieg wurde die Brücke von deutschen Truppen gesprengt, 1950 wurde die neue Mainbrücke in ihrer heutigen Form eröffnet. Der imposante Brückenturm ist aber erhalten geblieben.

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Wo bleibt der Prinz auf seinem Pferd


Anzeige: (6) Michaelismesse
Die „Michelsmess“ mit Vergnügungspark, Festzelt, Marktgelände und Ausstellungen ist das größte Volksfest am bayrischen Untermain. Es findet traditionell vom letzten Augustwochenende bis zum ersten Sonntag im September statt. Die Geschichte der Messe reicht weit zurück und lässt sich bis auf das Jahr 1367 zurückverfolgen. Kaiser Karl IV räumte damals, auf Bitte des Mainzer Erzbischofs, den Miltenbergern das Recht ein, einen Jahrmarkt zu veranstalten. Seit 1928 wird die Messe in ihrer heutigen Form gefeiert. In der mittelalterlichen Altstadt mit traditionellen Marktständen und nostalgischem Weindorf versprüht die Michaelismesse einen ganz besonderen Charme. Großen Wert legen die Veranstalter auch seit jeher auf die Musik. Früher wurden einige Konzerte der Messe sogar ins Radio übertragen. Heute sind besonders die Serenaden am Montagabend beim Publikum sehr beliebt. Wer es ein bisschen fetziger mag, kann am Seniorennachmittag immer den Auftritt eines bekannten Schlagersängers genießen, dieses Jahr zum Beispiel Patrick Lindner.

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Das alte Rathaus


(7) Die historische Altstadt
Neben der Mildenburg und dem Schnatterlochtor findet man in der Miltenberger Altstadt natürlich noch viele andere historische Bauwerke. Besonders spannend sind die ehemaligen Stadttore, zum Beispiel der Würzburger Turm und das Mainzer Tor. Diese Tortürme dienten zum Schutz der Stadt und man kann sogar noch erkennen, wo die Fallgatter entlang liefen. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die St.-Jakobus-Kirche, eine klassizistische Kirche, deren gotischer Kern aus dem 13. Jahrhundert stammt. Auch die barocke ehemalige Franziskanerkirche und die Laurentiuskapelle sind interessante Bauwerke. Das alte Rathaus, ein Sandsteingebäude aus dem 14. Jahrhundert und das ehemalige Oberamt, ursprünglich ein adeliger Hof, sind weitere Highlights. Im Schwarzviertel, dem ältesten Teil der Stadt, kann man bei einer Stadtführung schaurigen Geschichten und Legenden lauschen. Wer sich alle Must-Sees angeschaut hat, kann aber auch einfach die hübschen Fachwerkhäuschen und die verwinkelten Straßen genießen.

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Die Altstadt lädt zum Bummeln ein


(8) Miltenberger Weihnachtsmarkt (Millumina)
Der Weihnachtsmarkt ist mein persönliches Highlight von Miltenberg, deshalb musste er auch auf jeden Fall in diese Liste. Jedes Jahr fahre ich mit meiner Familie auf den Miltenberger Weihnachtsmarkt und jedes Jahr ist es wieder wunderschön. Die Buden sind rund um das Schnatterloch über die ganze Altstadt verteilt, die bunten Lichter und die mittelalterliche Stadt schaffen eine romantische Weihnachtsstimmung. Ein Teil des Marktes ist auch im alten Rathaus untergebracht. Hier findet man Kunsthandwerk, handgemachten Weihnachtsschmuck und andere besondere Schätze. Nach einem Bummel durch die Altstadt kann man sich dann auf dem Marktplatz mit fränkischen Spezialitäten (oder ganz klassisch mit Crêpe und Glühwein) stärken. Für die Kleinen gibt es natürlich auch ein Karussell, gebrannte Mandeln und Zuckerwatte. Da kann Weihnachten kommen! Der Weihnachtsmarkt findet jedes Jahr an den vier Adventswochenenden statt und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

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Die St.-Jakobus-Kirche


Anzeige: (9) Die Faust Brauerei
Als älteste Brauerei im Rhein-Main-Gebiet liefert das Brauhaus Faust seit 350 Jahren Bier für die gesamte Region. Neben den klassischen Biersorten gibt es bei Faust auch Craft-Biere, besondere Eigenkreationen, wie zum Beispiel „Brauerreserve 1237“, ein starkes Bier mit fruchtigen Aromen. Im Brauerei-Laden bekommt man die verschiedenen Bier-Spezialitäten, aber auch alles rund ums Bier, zum Beispiel die Miltenberger Bierwurst. Bei einer Brauerei-Besichtigung kann man einen Blick hinter die Kulissen werfen und wird danach natürlich auch zünftig mit Bier und Brezel verpflegt. Und wer schon immer von seinem ganz eigenen Bier geträumt hat, kann einen lehrriechen Tag in der Kreativ-Brauerei buchen und einige Wochen später das persönliche, selbstgebraute Bier abholen. Ein weiteres Erlebnis ist das Brauhaus-Singen, bei dem man, begleitet von Musiker Bernd Straub auf seinem Akkordeon, schöne Volkslieder singen kann. Dazu gibt es, wie sollte es auch anders sein, Bier und Weißwürste.

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Typisches Miltenberger Gässchen


Anzeige: (10) Das Beavers
Das Beavers ist der Ort für Pop-und Rockmusik, Kleinkunst und viel mehr. Das Herz des Beavers ist die Ausstellung von hunderten Exponaten aus sechs Jahrzehnten Popmusik. Goldene Schallplatten, Autogramme, Bühnenkleidung, alte Musikzeitungen und viel mehr aus allen möglichen Musikrichtungen – ein Muss für jeden Fan. Aber das ist noch lange nicht alles: Im Beavers finden regelmäßig Live-Konzerte statt, bei denen Pop- und Rockmusiker, aber auch Stars aus anderen Musikrichtungen die Menge zum Kochen bringen. Außerdem gibt es Kabarett, Autorenlesungen und Themenabende. In der Lounge kann man in gemütlicher Umgebung Unplugged-Konzerten lauschen und in der Cocktailbar einen Drink schlürfen. Jeden Monat gibt es auch einen Open-Mic-Abend, also eine offene Bühne, auf der aufstrebende Musiker ihre Lieder vorstellen können. Das Beavers ist durch seine familiäre Atmosphäre und das abwechslungsreiche Programm ein ganz besonderer Musikclub und auf jeden Fall ein tolles Erlebnis. (Text + Fotos: amr)

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