Interview mit Britta Gläser: „Die Chorleitung ist meine große Leidenschaft“

BildBritta Gläser wurde in Köln geboren und ist in der Nähe von Heidelberg aufgewachsen. Nach dem Abitur studierte sie Musik an der Hochschule Köln, Abteilung Aachen. Durch den Beruf ihres Mannes lebte sie drei Jahre in England, zog dann jedoch wieder mit ihrer Familie zurück nach Deutschland. Seitdem lebt die heute 48-jährige Powerfrau und Mutter von fünf Söhnen in Aschaffenburg und bereichert mit ihrem musikalischen Können die Musik- und Chorszene der Stadt.

Frau Gläser, wie sind Sie eigentlich zur Musik gekommen?
Meine Großmutter war Klavierlehrerin. Es war bei mir, wie bei vielen anderen Kindern auch. Ich ging zur Musikalischen Früherziehung, lernte Blockflöte und auf dem Klavier einer Freundin meiner Mutter den „Flohwalzer“. Doch dann kam es, dass ich auf dem Harmonium unserer damaligen Nachbarn spielen durfte. Seitdem hat mich die Begeisterung für das Klavier nicht mehr losgelassen. Mit acht Jahren habe ich mein erstes Klavier bekommen. Dann nahm ich Klavierunterricht an der Musikschule in Heidelberg. Nebenbei habe ich auch Geige gelernt und hatte vor, in einem Orchester zu spielen. Ich entschied mich dann für das Studium der Instrumentalpädagogik mit dem Schwerpunkt Klavier und dem Nebenfach Geige. Während dieser Zeit studierte ich außerdem noch zwei Semester Gesang und habe im Hochschulchor gesungen.

Sie sind ja sehr vielseitig, welche musikalischen Tätigkeiten üben Sie zur Zeit aus?
Ich gebe Klavierunterricht bei mir zuhause. Außer dem Frauenchor InTakt, leite ich seit Januar 2017 auch das Collegium Vocale. Am 3.Dezember geben wir mit dem Collegium Vocale in der Sandkirche ein Konzert unter dem Motto „Monteverdi and Friends“(anlässlich seines 450. Geburtstages). Außerdem habe ich Gastdirigate und mache Stimmbildung bei verschiedenen Chören. Ich begleite Chöre als Pianistin und singe selbst im Projektchor Via Vicis unter der Leitung von Hubert Hoche und bei Ars Antiqua unter Stefan Claas. Dazu kommen noch Auftritte als Pianistin zusammen mit der Flötistin Uta Hasenstab-Kießling.

Zum Klavierunterricht, wer kann zu Ihnen kommen?
Ich unterrichte alle Altersgruppen, von den ganz Kleinen, bis zu 60 – 70-jährigen. Ich habe auch schon Schüler auf die Aufnahmeprüfung zur Musikhochschule vorbereitet. Zweimal im Jahr haben meine Schüler Auftritte in einem Altenheim und im Bachsaal in Aschaffenburg und dürfen dort ihr Können vor Publikum vortragen.

Vom Instrument zum Gesang – wie kam es dazu?
Über das Studium, den Hochschulchor. Ich machte Stimmbildung bei einer Gesangslehrerin und habe Gesangsstunden bei Julia Diefenbach genommen. Vor 16 Jahren kamen ein paar Mütter aus dem Kindergarten meiner Kinder auf mich zu, ob ich nicht einen Chor gründen wolle. Ich machte dann zunächst die staatliche Chorleiterausbildung in Hammelburg. Seitdem gibt es den Aschaffenburger Frauenchor InTakt, erst waren wir zu acht, dann kamen immer mehr Frauen dazu. Aktuell sind wir 19 Frauen und bekommen stimmliche Unterstützung von sechs Männern. Die Chorleitung ist meine große Leidenschaft. Der Chor ist persönlichkeitsbildend für beide Seiten.

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Haben Sie mit dem Chor InTakt eine bestimmte Richtung?
Unsere Richtung ist die Vielseitigkeit. Wir singen immer unter dem Motto, dass das, was wir singen, einen Ausdruck hat. Die Sängerinnen und Sänger sollen eine musikalische Botschaft transportieren. Das musikalische Miteinander soll spürbar und erlebbar werden. Dann passt es.

Sie singen ja nicht nur für sich, sondern haben sicher auch öffentliche Auftritte mit InTakt?
Ja, wir haben Gastauftritte und gemeinsame Konzerte mit anderen Chören. Außerdem singen wir in Kirchen, bei Feiern und geben Adventskonzerte. Alle zwei Jahre geben wir ein großes Konzert. Das nächste findet am 18. November im Martinushaus in Aschaffenburg statt.

Haben Sie dabei ein bestimmtes Thema?
Ja, es geht diesmal um die verschiedenen Spielarten von Musik und Sprache. Das, was die Musik kann und was die Sprache ausdrückt, wird miteinander verbunden. Musik ist Harmonie, Melodie und Rhythmus, ist also Klang. Sprache hat eine konkrete Aussage. Jetzt sind verschiedene Verbindungen möglich, zum Beispiel gesungene Gedichte oder neu vertonte altbekannte Liedtexte. Es wird auf jeden Fall spannend.

Weitere Infos zum Chor InTakt unter: chorintaktab.wordpress.com (csr)

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