Was Sie noch nicht über Ostern wussten…

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Namensherkunft
Dass man an Ostern die Auferstehung Jesu feiert, wissen die meisten Leute. Doch bei der Frage was das Wort Ostern eigentlich bedeutet, werden viele stutzig. Zu Recht, denn die Herkunft des Begriffs ist nicht eindeutig geklärt.
Eine Theorie ist, dass der Begriff sich von der germanischen Göttin Ostara ableitet. Ostara bedeutet auf Deutsch ebenfalls Osten. Zu Ehren dieser Göttin des Frühlings, der Fruchtbarkeit und der Morgenröte wurden zum Ende der Winterzeit Feste gefeiert, da Ostara das Ende der Kälte und der Dunkelheit des Winters einläutete. Das die Ehrung dieser Göttin Einfluss auf die Rituale des christlichen Osterfestes gehabt haben könnte, könnte man auch aufgrund einer weiteren Ähnlichkeit vermuten: Legenden nach gebar die Göttin am Anfang aller Zeiten, also noch bevor die Welt, wie wir sie kennen existierte ein Ei, welches sie zwischen ihren Brüsten wärmte, bis die Schale platzte und die Erde, die Menschen, die Tiere und die Pflanzen daraus hervorkamen. Aus diesem Glauben heraus entwickelte sich der Brauch, Eier zu verschenken.
Eine weitere Theorie besagt, dass sich „Ostern“ von der Himmelsrichtung Osten ableitet. Laut Bibel wurde das leere Grab Jesu nämlich „früh am Morgen, als eben die Sonne aufging“ entdeckt. Dadurch erhielt der Osten als Himmelsrichtung des Sonnenaufgangs eine symbolische Bedeutung für die Auferstehung.

Von dem Ei der Ostera bis zum Osterhasen
Die Ostereier waren also Symbol des Anfangs und der Fruchtbarkeit. Überbracht wurden sie später, je nach Region, von einem Storch, Fuchs oder eben dem Hasen. Warum sich die der Hase im Christentum durchgesetzt hat, kommt daher, dass der Hase schon lange als christliches Symbol galt. Der Osterhase fand zum ersten Mal Erwähnung in einer Schrift des Medizinprofessors Franck von Frankenau im Jahr 1682. Er beschreibt die gesundheitlichen Risiken von zu hohem Eierkonsum und erwähnt dabei den elsässischen Brauch, Eier zu verstecken und den Kindern zu erzählen, der Osterhase hätte die Eier gebracht. Warum genau ein Hase die Eier bringt, lässt sich nur vermuten. Zunächst war der Hase schon immer ein Symbol für Fruchtbarkeit. Auf alten Darstellungen bemalter Ostereier lässt sich oft das Dreihasenbild finden, eine Zeichnung von 3 Hasen, die jeweils nur 1 Ohr haben, die sie jedoch kreisförmig angeordnet miteinander teilen, so dass jeder Hase dann doch 2 Ohren hat. Dies ist ein altes Symbol für die Dreifaltigkeit, also Gott, Jesus und den heiligen Geist. Wie das Lamm war also auch der Hase eine Darstellungsform für christliche Ikonen. Dadurch konnte man den Osterhasen mit dem Christentum gut vereinbaren, doch wirklich populär wurde der Osterhase erst, als er mit Aufkommen der Hohlfigurenherstellungstechnik Anfang des 20. Jahrhunderts aus Schokolade gefertigt wurde. Er diente damals nur als Schaufensterfigur und wurde erst nach dem 2. Weltkrieg in Serie gefertigt.

Das Datum des Osterfestes
Im Gegensatz zu Weihnachten fällt Ostern jedes Jahr auf einen anderen Tag. Festgelegt wurde das flexible Osterdatum auf dem Konzil von Nicäa im Jahr 325. Die dort versammelten Kirchenoberhäupter beschlossen damals, Ostern generell am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond zu feiern, denn im Matthäus Evangelium wird berichtet, dass Jesus „am ersten Tag der Woche“, im Judentum also am Sonntag, auferstand. Man orientierte sich am ersten Frühlingsvollmond, da sich auch das jüdische Pessachfest nach dem Mond richtete. Zur Berechnung des Osterdatums hat der Mathematiker Carl Friedrich Gauß im Jahr 1800 eine Formel entwickelt, die auch heute noch angewandt wird. Mit Hilfe dieser Formel erkannte er auch, dass Ostern frühestens am 22. März und spätestens am 25. April stattfinden kann.

Ursprung des Osterfeuers
Auch das Osterfeuer hat heidnische Ursprünge. In vielen Kulturen wurden Feuer zur Einleitung des Frühlings angezündet. Es stand als Symbol für die Sonne, die verehrt wurde, da sie Wärme und Licht spendet. Aus einem Briefwechsel zwischen dem Missionar Bonifatius und Papst Zacharias im Jahr 751 geht hervor, dass bis zu diesem Zeitpunkt zwar bekannt war, dass diese Frühlingsfeuer gefeiert wurden, sie aber noch nicht im Zusammenhang mit der Kirche standen. Der Brauch wurde in der christlichen Kirche umgedeutet und ist mittlerweile ein wichtiger Bestandteil der kirchlichen Osternacht: Diese beginnt mit der Lichtfeier, bei der die Osterkerze am Osterfeuer angezündet wird. Der Priester ruft nach dem anzünden der Kerze:“Lumen Christi“, also „Christus, das Licht“. Feuer und Licht stehen hier für Jesus, das Licht der Welt. (Eva Reiland)

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