Faszination Auto: Die Liebe zum Automobil in unserer Region

So langsam aber sehr sicher wird es Sommer. Endlich löst sich unsere Region aus den Fängen des kalten, matschigen Winters und lebt ein wenig auf. Immer mehr Menschen genießen in Cafés im Außenbereich das Wetter und tanken die ersten, richtigen Sonnenstrahlen des Jahres. Die Mainpromenade füllt sich mit spazierenden Familien und Joggern, die ihre Winterpfunde wieder loskriegen wollen. Der Sommer bringt aber auch etwas für die Autoliebhaber mit sich: Endlich kann man das gepflegte Stück aus der Garage rausholen und die Drehzahl ein wenig hochjagen. „Im Winter macht das Ganze nicht halb so viel Spaß. Die Vorsicht im Verkehr und die Sorge um Witterungsschäden am Auto sind einfach zu groß. Das Auto ist dauernd schmutzig und die Fahrt fühlt sich nicht halb so wild und lebendig an“, so Armin Striegnitz, Autoliebhaber aus Dettingen. Sein gepflegter Mercedes E-Klasse Cabrio aus dem Jahr 2010 ist für ihn ein Sommerauto: „Ich hab mir endlich einen langen Wunsch erfüllt und den will ich nicht dem Winter und all dem Matsch und Schnee aussetzen. Meine Frau meckert zwar immer, ich sei zu kleinlich, aber was soll ich machen.“, lacht Striegnitz. Sein innigster Wunsch wäre ein 1955er Mercedes Benz 300 SL: „Das ist aber definitiv unbezahlbar. Und ich glaube, ich würde das Ding noch seltener aus der Garage holen, da ich einfach zu viel Angst hätte um diesen Schatz“, träumt der Autoliebhaber.

Bild
Ob es chaotische „Familienschüsseln“, die klapprigen Autos von Jugendlichen oder die gepflegten Luxus-Oldtimer sind, von denen jeder träumt: Wir lieben unsere Autos.


So muss man allerdings nicht im Besitz von Luxuskarossen oder charismatischen Oldtimern sein, um ein Autoliebhaber zu sein. Es ist bei jedem etwas anderes: Viele genießen die Geschwindigkeit, viele eher die Freiheit hinzufahren wo immer sie möchten, viele möchten eher gemütlich die Gegend erkunden: „Die Liebe zum Auto ist unbeschreiblich. Es ist schwer zu sagen woran das liegt, aber jeder empfindet etwas anderes. Ich selbst kann mich von meinem ersten Auto immer noch nicht trennen. Es steht auf dem Grundstück meiner Eltern, wird kaum noch gefahren und ist um ehrlich zu sein, auch kaum mehr fähig dazu. Aber die Erinnerungen und Erlebnisse, die man in diesem Auto erlebt hat, das kann man doch nicht einfach auf den Schrott werfen“, kommentiert der 38-jährige Werkstattmeister Matthias Rieger. So verbinden wir oft mit bestimmen Autos ein bestimmtes Lebensgefühl, das wir gerade in dieser Zeit erlebt haben: Viele Passanten erzählten bei den Kurzinterviews eher von einer bestimmten Zeit in ihrem Leben, als von dem Auto selbst. So war es schön zu hören, wie sich Ehepaare an ihre ersten Dates in einem 1er Golf oder einem VW-Bus erinnern, in dem auch später die ersten Familienausflüge gemacht wurden. Den Satz „Das Auto hat eine Menge mitmachen müssen“ hat man bei fast allen gehört.

Auch in der StadtAktiv-Redaktion löste die Frage nach dem ersten eigenen Auto bzw. der Beziehung zu Autos ein sentimentales Gespräch voller Erinnerungen und kuriosen Geschichten. „Am Tag vor dem 18ten Geburtstag meiner Freundin, waren wir lecker Essen. Natürlich ist auch die eine oder andere Flasche Sekt geöffnet worden. Da sie bisher nur den Führerschein ab 17 hatte und nur in Begleitung ihrer Eltern fahren durfte, kam ich auf der Rückfahrt auf die glorreiche Idee, sie könnte doch zum ersten Mal ohne Eltern Auto fahren. An einer Straßenkreuzung wurden wir von einer Polizeistreife angehalten. Etwas angeschwipst und ohne richtigen Führerschein unterwegs war uns ganz schön mulmig zu mute. Doch im Endeffekt ermahnte uns der Polizist nur daran, das Abblendlicht anzumachen, da wir nur mit Standlicht gefahren sind“, erinnert sich Redakteur Karol Majewski lachend. Durch solche Erinnerungen, die man mit bestimmten Autos verbindet, wird die Leidenschaft zum Auto aufrechtgehalten.

Bild
Viele genießen die Geschwindigkeit, viele eher die Freiheit hinzufahren wo immer sie möchten, andere hingegen möchten eher gemütlich die Gegend erkunden. Die Faszination ist für jeden etwas anderes, doch für alle Liebhaber im Endeffekt nur das eine: Ihre persönliche Geschichte mit ihrem eigenen Auto.


Faszination Auto ist für viele jedoch mehr als nur eine bestimmte Erinnerung an bestimmte Autos. „Faszination Auto? Das sind schnelle Sportwagen von denen man nur träumen kann. Es sind seltene Legenden und Klassiker. Entweder nicht mehr gebaut oder einfach unglaublich teuer, sodass man sie als Normalsterblicher einfach nicht haben kann“, sagt Maren Ruppel, eine 42-jährige Hausfrau, die auf die Frage was für sie die Faszination an Autos ausmacht, glühend leuchtende Augen bekommt. „Unser Familienauto ist natürlich weit davon entfernt ein Auto dieser Klasse zu werden, aber hier setzt man natürlich Prioritäten. Familie geht vor. Da ist klar, wenn man mit 2 kleinen Jungs unterwegs ist, dass der Rücksitz entsprechend aussieht: Die Sitze müssen eine Mischung aus Aktionfiguren-Krieg, Naschereien und dreckigen Fußball-Trikots aushalten“, lacht Frau Ruppel liebevoll über ihre selbsternannte „Familienschüssel“. So wird klar, dass viele zwar von schönen, schnellen Fahrzeugen träumen, im Alltag aber auf Autos angewiesen sind, die in erster Linie ihre Funktion erfüllen müssen: „Kleiner Verbrauch, viel Platz, große Sicherheit. Das hat vor Form und Schönheit Priorität“, so Ruppel.

Kemal Yenice, der Chefschrauber bei Yenicar Auto & Pflege aus Karlstein, erklärt was für ihn das Faszinierende an Geschwindigkeit ist: „Es ist der Sound. Breite Reifen. Schöne Felgen. Tiefergelegt. Soll aber nicht nach „Fast & Furious“ aussehen. Es muss Klasse und Qualität haben; es muss dezent sein.“ Auf die Frage nach Kultautos aus der heutigen Zeit, erklärt Yenice, dass es nicht unbedingt die teuren Luxuskarossen sein müssen: „Der Volkswagen Corrado G60 und die Mantas sind mittlerweile sehr beliebt und haben bei Schraubern einen kleinen Kultstatus. Der 4er Golf VR6 oder der 1er Golf GTI, beide hätten noch vielleicht das Zeug dazu ein wertvoller Oldtimer zu werden.“

Zusammenfassend muss man sagen, dass die Faszination für Autos in unserer Region vor Leben strotzt. Ob es Menschen sind, die einfach nur schöne Erinnerungen mit ihren Autos verbinden oder ob es Menschen sind, die sich in den Sound, das Design, die Form und das Fahrgefühl von Autos verlieben: Wir kommen von unseren Autos nicht los. Ob es „Familienschüsseln“ in denen das Chaos regiert, die ersten, klapprigen Autos von Jugendlichen oder die gepflegten Luxusfahrzeuge sind, für die man Jahre gespart hat: Wir lieben unsere Autos.
(km) // Foto1: © FotoWorx – Fotolia.com // Foto2: © Maksim Toome – Fotolia.com

Kommentare sind geschlossen