Die Hexeneiche in Kahl am Main – Zeuge des Hexenwahns unserer Region im 17. Jahrhundert

Zwischen Kahl und Großkrotzenburg findet sich das heutige Naturdenkmal „Hexeneiche“: An diesem Ort nahm im 17. Jahrhundert der Hexenwahn unserer Region seinen brutalen Höhepunkt. Die ursprüngliche Hexeneiche musste 1971 nach einem Blitzeinschlag gefällt und restlos entfernt werden. Ein Jahr darauf entschieden sich die Gemeinden Großkrotzenburg und Kahl eine neue Eiche zu pflanzen und einen Gedenkstein als Mahnmal an den Hexenwahn zu errichten.

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Entlang der Lindenstraße, zwischen Kahl und Großkrotzenburg findet sich das Naturdenkmal „Hexeneiche“, welches an die Hexenverfolgungen in unserer Region in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts erinnern soll: An diesem Ort wurden vor mehr als 400 Jahren 69 Frauen und 21 Männer der Hexerei angeklagt und ermordet. Nach dem mittelalterlichen Rechtsverständnis durfte niemand in einem Hexenprozess ohne ein Geständnis verurteilt werden. Mit der steigenden Angst vor Hexerei und schwarzer Magie stieg jedoch nicht nur die Intensität der Suche nach möglichen Hexen und Hexern, sondern auch die Brutalität der Exekutive in den Prozessen: So schreckte die bürgerliche Justiz nicht davor zurück Geständnisse durch Folter zu entlocken. Die auf brutalste Weise erzwungenen Geständnisse führten unmittelbar zur Todesstrafe. Im Glauben die Seele der Hexe vor dem Tod zu reinigen, wurde die Verurteilte auf einem Scheiterhaufen lebendig verbrannt. Zeuge dieser grausamen Ermordung der Unschuldigen war die Großkrotzenburger Hexeneiche, an der bis zum Jahr 1686 die Urteilsverkündung sowie die Hinrichtung stattfanden. In der Zeit der Hexenverfolgungen wurden in Großkrotzenburg 104 Personen verhaftet, 90 davon wurden durch den Feuertod unschuldig hingerichtet. Die ursprüngliche Hexeneiche musste 1971 nach einem Blitzeinschlag gefällt und restlos entfernt werden. Ein Jahr darauf entschieden sich die Gemeinden Großkrotzenburg und Kahl eine neue Eiche zu pflanzen und einen Gedenkstein als Mahnmal an den Hexenwahn zu errichten. Von der ursprünglichen Eiche wird heute noch ein ca. 50 cm großer Baumstumpf im Heimatmuseum Großkrotzenburg aufbewahrt, wo Sie u. a. weitere Informationen zur Hexenverfolgung in unserer Region finden können. (km) // Fotos: © HGV Kahl

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