Das Pompejanum in Aschaffenburg – Ein Kleinod am wärmsten Fleck Bayerns

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„Aschaffenburg hat sein Pompejanum wieder“, so hat mit geradezu römischen Pathos ein bayerischer Staatssekretär, einen Minister hatten sie aus München glaube ich nicht geschickt, die Wiedereröffnung des Pompejanums nach dem Zweiten Weltkrieg begrüßt. Das war im Jahr 1994, so lange hatte es gebraucht die Malereien und Fresken im Inneren des Gebäudes wieder herzustellen. Nun strahlt es wieder, unser Pompejanum, und der Nachbau einer römischen Villa aus dem durch den Ausbruch des Vesuv im Jahre 79 nach Christi unter einem Lava-Mantel zum Gutteil erhalten gebliebenen Pompeji glänzt nicht nur außen, sondern auch innen. Aschaffenburg hat ein schönes und mächtiges Schloss und mit dem Schönbusch den größten und schönsten bayrischen Landschaftsgarten, alles übrigens den Mainzer Fürstbischöfen geschuldet, die hier ihre Sommerresidenz hatten. Aber besonders und einmalig ist vor allem das Pompejanum, das über dem Main in einer leicht geschwungenen Schleife geradezu thront. Die Stelle wurde vom bayerischen König Ludwig I, der, von der Antike begeistert, das Pompejanum in den Jahren 1840 bis 1848 von seinem Haus- und Hofarchitekten Friedrich von Gärtner bauen ließ, sehr mit Bedacht gewählt. Denn hier gehen der Fluss und das mediterrane Bauwerk nebst südlichen Pflanzen eine einzigartige Symbiose ein. Der kunstsinnige Ludwig wusste, hier ist der wärmste Fleck Bayerns. Und hier, im bayerischen Nizza über dem Main, hier muss mein Pompejanum stehen. Wenn die Sonne scheint und es nicht zu heiß ist, gibt es kaum einen schöneren Platz in Aschaffenburg. Wer auf einer Parkbank vor dem Pomejanum sitzt, den Main und die Schiffe betrachtet und die Sonnenstrahlen genießt, der weiß: hier ist schon Süden und hier herrscht Lebensfreude. Drinnen im Pompejanum ist es hingegen durch die Bauweise nebst Atrium eher ein wenig kühl, wie es sich für ein Haus im Süden eben gehört. Dafür lockt Antike pur, was insbesondere auch für Kinder interessant ist. Der Eintritt in das Kleinod am wärmsten Fleck Bayerns kostet übrigens 5,50 Euro und ermäßigt 4,50 Euro. Ob der Bauweise als Haus am Mittelmeer ist das Pompejanum nur von April bis Mitte Oktober geöffnet und hält sonst Winterschlaf. Die Ascheberger wissen, und insbesondere die, welche in der Innenstadt wohnen und öfters an diesem schönen Fleck vorbei kommen, das Pompejanum ist einmalig. An einem scheiden sich aber die Geister. Unterhalb des Pompejanums wächst Wein, den die Stadt Aschaffenburg gerne bei Veranstaltungen und Eröffnungen ausschenkt. Kostenlos natürlich. Da geht natürlich manch ein Schoppenfetzer gerne hin. Andere hingegen meinen, der Pompejaner schmecke ein wenig säuerlich und andere Frankenweine würden besser schmecken. Dies mag vielleicht auch so sein, zumindest bei bestimmten Jahrgängen. Dem herrlich über dem Main gelegenen Pompejanum kann das aber nichts anhaben. (wrü)

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