Weihnachtsmärkte 2013: Eine Glühweintour zum Ausprobieren

Mit der Bahn die schönsten Märkte in Bayern und Hessen besuchen – Plus Geheimtipps
Nun beginnt sie wieder, die Zeit der duftenden Lebkuchen, der freundlichen alten Frauen, die Krippendekoration verkaufen, die Zeit der langen Wege durch den kalten Schnee (viel häufiger leider Regen), um endlich einen Glühwein zu trinken und der im Hintergrund fröhlich dudelnden Weihnachtsmusikkurz: es ist Weihnachtsmarktzeit. Um diese Zeit gebührend zu genießen empfiehlt es sich, an einem vorweihnachtlichen Wochenende eine Weihnachtsmarkttour zu starten, um gleich mehrere Märkte in der Umgebung auf Herz und Nieren zu testen. Wir befinden uns nun in der glücklichen Position, genau an der Grenze zwischen Bayern und Hessen zu leben. Deshalb bieten sich sogar zwei (erprobte) Touren an, die jeweils an einem Tag umzusetzen sind und die durch Angebote der Deutschen Bahn (Bayern-, Hessen-, oder Schönes Wochenende- Ticket) auch den Geldbeutel schonen. Natürlich muss auf jedem Weihnachtsmarkt auch ein Glühwein getrunken werden – mindestens!


BildTour 1, Bayern: Aschaffenburg-Würzburg-Bamberg-Nürnberg

Aschaffenburg (28.11. – 22.12.2013):
Inzwischen sogar durch zwei Glühweinpyramiden geschmückt, erstrahlt der Aschaffenburger Weihnachtsmarkt auf dem Schlossplatz. Zwar ist der Markt eher klein, doch die Kulisse mit dem imposanten Schloss Johannisburg im Hintergrund entschädigt dafür. Geheimtipp: Für alle Aschaffenburger ein Muss, für Auswärtige eher ein Fremdwort: Das Dinnele. Diese im Holzofen gebackenen Brotfladen mit verschiedenen Belägen sind keine Pizza und auch kein Brot- aber sie schmecken unglaublich lecker. Unbedingt probieren, auch wenn die Schlange lang ist!

Würzburg (29.11. – 23.12.2013):
Das unterfränkische Würzburg lockt mit seinem historischem Flair und einem Weihnachtsmarkt mitten in der Altstadt an der Marienkapelle. Hier kann man original fränkischen Glühwein probieren, die weihnachtliche Bläsermusik genießen und vielleicht sogar den Nikolaus treffen. Geheimtipp: An den Adventswochenenden findet auch ein Künstler-Weihnachtsmarkt im Innenhof des Rathauses statt. Dort kann man selbstgemachte Weihnachtsdekoration und fränkische Spezialitäten erstehen und Handwerker bei der Arbeit beobachten.

Bamberg (28.11. – 23.12.2013):
Mitten in der Fußgängerzone der Weltkulturerbe- Stadt präsentiert sich der Bamberger Weihnachtsmarkt festlich und traditionell, dekoriert mit Tannenzweigen und mit einer großen Krippe im Stil eines fränkischen Bauernhofs. Wer noch Zeit findet, kann auf dem Bamberger Krippenweg über 400 Krippen besichtigen und so endgültig in Weihnachtsstimmung kommen. Geheimtipp: Die Bamberger, die sich ja auf die Kunst des Bierbrauens verstehen, wissen auch zur Weihnachtszeit etwas mit dem Gerstensaft anzufangen. So findet man auf dem Bamberger Weihnachtsmarkt nicht nur den bekannten Glühwein, sondern auch Glühbier. Mit Zimt, Nelken und Anis verfeinert, wärmt es genauso gut und sollte von jedem Bierliebhaber getestet werden.

Nürnberg (29.11.-24.12.2013):
Der größte Weihnachtsmarkt Bayerns zieht sich ausgehend vom Hauptmarkt durch die malerische Nürnberger Altstadt. Natürlich begegnet man hier vielen Touristen, trotzdem sollte man sich einen Besuch auf dem weltberühmten Christkindlesmarkt nicht entgehen lassen. Besonders interessant ist der Markt der Partnerstädte, auf dem Stände aus vielen verschiedenen Ländern, zum Beispiel Sri Lanka, Israel und den USA, internationale Festtagsstimmung verbreiten. Geheimtipp: Für Kinder, aber auch für junggebliebene Erwachsene ist der Kinderweihnachtsmarkt ein besonderes Highlight. Ein nostalgisches Dampfkarussell, eine Kerzenwerkstatt, eine Weihnachtsbäckerei und eine Kinderpost – für Groß und Klein ein Erlebnis.


Tour 2, Hessen: Seligenstadt-Frankfurt-Gießen-Marburg

Seligenstadt (28.11 – 15.12.2013):
Lichterglanz und Budenzauber verspricht der romantische Adventsmarkt in Seligenstadt. Auf dem historischen Marktplatz tummeln sich vor den stimmungsvoll beleuchteten Fachwerkhäusern vorfreudige Besucher, um in den festlichen Hütten Glühwein, Bratwürstchen und Lebkuchen zu genießen. Geheimtipp: Ein sehr besinnliches Weihnachtserlebnis findet man an den ersten drei Adventswochenenden im ehemaligen Benediktiner Kloster. Hier bieten Künstler und Kunsthandwerker, abseits von allem Vorweihnachtsstress, besondere Geschenkideen an. Von handgefertigten Puppenkleidern über Dinkelkissen bis hin zu russischer Lackmalerei – hier findet jeder ein außergewöhnliches Geschenk.

Frankfurt (27.11. – 22.12.2013):
Als einer der größte Weihnachtsmärkte Deutschlands zieht der Frankfurter Weihnachtsmarkt mit seiner prächtigen Dekoration und einem riesigen Weihnachtsbaum jedes Jahr viele Besucher an. Vor der Kulisse des Römerbergs und der Paulskirche kann man die berühmten Bethmännchen genießen und sich mit Glühapfelwein wärmen. Hessische Lokalpatrioten können ihre Weihnachtsdekoration mit Christbaumkugeln im Bembel-Design oder Apfelweinseife aufpeppen. Geheimtipp: Wer die weihnachtlichen Geschichten in Michel aus Lönneberga und anderen Astrid Lindgren Büchern auch liebt, muss am ersten Adventswochenende beim schwedischen Weihnachtsmarkt in Frankfurt-Preungesheim vorbeischauen. Neben schwedischen Spezialitäten wie Princesstorte und Lussekatt, sollte man auch unbedingt Glögg, den schwedischen Glühwein mit Mandeln und Rosinen probieren. God Jul!

Gießen (29.11.-22.12.2013):
Mit einem beschaulichen, aber stimmungsvollen Weihnachtsmarkt lädt Gießen in der Fußgängerzone zum Bummeln und Schlemmen ein. Eine besondere Attraktion ist der große Adventskalender am Wallenfels’schen Haus, an dem jeden Tag ein neues Fenster mit einem weihnachtlichen Motiv dahinter geöffnet wird. Geheimtipp: Mitten auf dem Kirchenplatz, umrahmt von Glühweinständen und Lichterketten, lädt die Eisbahn zu anmutigen Pirouetten oder ein paar wackeligen Schritten auf dem Eis ein. Schlittschuhe können ausgeliehen werden, aber unbedingt warm anziehen!

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Marburg (01.12 – 23.12.2013):
Das mittelalterliche Marburg bietet nicht nur einen, sondern sogar zwei wunderschöne Weihnachtsmärkte: den Adventsmarkt am Marktplatz und den Weihnachtsmarkt an der Elisabethkirche. Beide Märkte verbreiten durch den festlichen Schmuck und die prächtigen historischen Gebäude eine heimelige und nostalgische Atmosphäre. Geheimtipp: Ein Getränk, das es wohl wirklich nur in Marburg gibt: Grüner Glühwein. Die Farbe ist zwar ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber dank Blue Curaçao, einem Orangenlikör, schmeckt der Wein sehr fruchtig und ist eine leckere und überraschende Alternative zu normalem Glühwein.


Text: Anna Rüppel // Foto1: © Groth // Foto2: © Georg Kronenberg

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