Helau und Alaaf! – Faschingszüge 2014

„Wenn keine Narren auf der Welt wären, was wäre dann die Welt?“, das wusste schon der alte Goethe. Oder, um es mit den Worten eines weiteren bekannten Lyrikers, dem singenden Frisör Tim Toupet, auszudrücken: „Heut ist so ein schöner Tag, lalalalala!“. Für all die Närrinnen und Narren, die noch nicht wissen, wie sie diese verrückten Tage, an denen die Welt ein bisschen Kopf steht, feiern sollen, folgt hier eine kleine Auswahl an Umzügen, die man besucht haben muss:

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Aschaffenburg, Faschingszug, Sonntag 02.03.2014, 14 Uhr:
Die Aschaffenburger wissen, wie man feiert! Zum Faschingszug verwandelt sich die gesamte Innenstadt in ein verrücktes Treiben aus Cowboys, Prinzessinnen, Clowns und was die Verkleidungskiste sonst noch hergibt. Es fliegen Süßigkeiten und Luftschlangen und mit vielen kreativen Wägen, Fußgruppen und Spielmannszügen wird es garantiert nicht langweilig. Und danach? Nach dem Faschingszug gehen die Narren natürlich nicht gleich nach Hause. Bis zum Abend wird in allen Kneipen und Clubs in Aschaffenburg gefeiert, getreu dem Motto Schlafen kann man wenn man tot ist. Besonders empfehlenswert ist die After-Train Party im Colos-Saal. Zwar muss man erfahrungsgemäß lange anstehen, aber dafür bekommt man nicht die typischen Faschingsschlager geboten, sondern eine bunte tanzbare Mischung aus Rock, Pop und Dance. Wer keine Lust hat zu tanzen, kann es sich auch in einer der zahlreichen Aschaffenburger Kneipen gemütlich machen. Besonders am Dalberg herrscht nach dem Zug eine Bombenstimmung und man kann von einer Kneipe zur anderen ziehen.

Frammersbach, Faschingszug, Samstag 01.03.2014, 14 Uhr:
Das urige Frammersbach bietet einen kleinen, aber feinen Faschingsumzug, der 2014 nicht mehr dienstags, sondern zum ersten Mal samstags stattfindet. Die Gestaltung der Wägen und Fußgruppen bezieht sich eher auf innerdörfische Themen (nicht Einheimische verstehen oft nicht genau, worum es geht), neben Bonbons werden auch Teebeutel und auch viele kleine Schnäpse verteilt. Doch gerade diese dörfl iche Atmosphäre und die ausgelassene Stimmung der Frammersbacher machen den süßen Umzug zu einem besonderen Erlebnis. Auch viele Besucher aus dem Nachbarort Partenstein wurden daher beim Frammersbacher Zug schon gesichtet. Gefährlich sind manchmal die maskierten „Klone“, die mitunter mit dem „Bätscher“ schlagen. Und danach? Nach dem Umzug ziehen die Frammersbacher weiter, oft in die beiden Kneipen „Deckels“ (hochdeutscher Name: Zur Traube) oder „Strohbank“ (Zum grünen Baum). Dort und anderswo wird, gemeinsam mit allen Teilnehmern, auf einen gelungen Faschingsumzug angestoßen. 2014 findet nach dem Zug wieder ein ausgelassenes Faschingstreiben am zentral gelegenen Marktplatz statt.

Mainz, Rosenmontagszug, 03.03.2014, 11:11 Uhr:
Der berühmte Rosenmontagszug ist der Höhepunkt der Meenzer Fastnacht. Seit über 170 Jahren findet er nun statt und für den Mainzer ist die Fastnacht nicht nur ein lustiges Fest, sondern – wie übrigens auch in den ehemaligen Mainzer Besitztümern Aschaffenburg und Frammersbach – Kulturgut. Aufwendige Wägen, die politisch aktuelle Themen auf den Arm nehmen, die berühmten Schwellköpp und Berge von Kamellender Mainzer Rosenmontagszug ist definitiv ein Muss für alle Fastnachtsbegeisterte! Und danach? Die gesamte Stadt ist am Rosenmontag im Ausnahmezustand. So lange man sich nicht alleine in seiner Wohnung verkriecht, wird man um das Feiern wohl kaum herumkommen. Open-Air-Partys, Bars und Clubs – überall sprudelt die Stimmung über und man kann ausgelassen feiern.

Seligenstadt, Rosenmontagszug, 03.03.2014, 14 Uhr:
Die Schlumber (das sind die Seligenstädter Narren) feiern zur 5. Jahreszeit ihr Schlumberland. Regiert werden die Schlumber von einem Prinzenpaar, das vor Beginn des Zuges noch geweckt werden muss. Feierlich küsst dann der Prinz seine Prinzessin wach und zur Belohnung bekommen die wartenden Untertanen Süßigkeiten zugeworfen. Wegen seiner Originalität, den fantasievollen Wagen mit bewegten Motiven und den ausgefallenen Kostümen zieht dieser Fastnachtszug auch viele Schaulustige aus anderen Städten an. Und danach? Wie Mainz, so ist auch Seligenstadt nach dem Zug im Ausnahmezustand. Gefeiert wird nicht nur in den zahlreichen Kneipen, sondern auch im Freien. Faschingsmuffel sollten die Stadt jedenfalls nach dem Umzug meiden. Denn es regieren die Narren. Und wie singt Tim Toupet: „Heut ist so ein schöner Tag …“ Text: Anna Rüppel // Foto: © Heimatmagazin Untermain

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