Halloween und der Zombiewalk

Wenn die Straßen wieder voller Zombies sind… Der Zombiewalk in der Halloween-Nacht erfreut sich in vielen amerikanischen Städten großer Beliebtheit: Bereits 2006 liefen im amerikanischen Pittsburgh 895 Zombies bei dem örtlichen Zombiewalk mit. Die Folge war der Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde. Ob sich die junge Tradition in Deutschland etablieren kann, ist abzuwarten. Verdammt gruselig ist es allemal!

BildDer Begriff „Halloween“ stammt eigentlich von „All Hallows’ Eve“ (dt. Aller Heiligen Abend) und benennt die Volksbräuche am Abend und in der Nacht vor dem Hochfest Allerheiligen, vom 31. Oktober auf den 1. November. Ursprünglich stamm das katholische Fest aus der Irischen Renaissance um 1830 und wurde erst in der Mitte des 19.Jahrhunderts durch irische Auswanderer in der ganzen Welt verbreitet. Der Brauch zum Halloweenfest Kürbisse aufzustellen, ist auf die irische Sage von Jack Oldfield zurückzuführen: Der „Bösewicht Jack“ war zu Lebzeiten ein Betrüger und Trinker. Durch eine List soll er den Teufel auf einen Baum gelockt und ihn dort mit Hilfe eines geweihten Kreuzes gefangen gehalten haben. Jack ließ den Teufel erst wieder frei, als diese ihm versprochen hatte, Jack Seele nicht zu begehren. Nach seinem Tod fand Jack nach einem Leben voller Betrügereien keinen Platz im Himmel. In der Hölle durfte Jack allerdings auch nicht, da der Teufel seine Seele nicht besitzen durfte. So blieb Jack Oldfield nichts anderes übrig als zwischen den Welten zu wandern. Doch nach einiger Zeit hatte selbst der Teufel mit Jacks armer Seele Erbarmen und schenkte Jack einen Funken Feuer, damit dieser in der Dunkelheit auf den Wegen zwischen Himmel und Hölle sehen konnte. Dieser Funken befand sich in einer ausgehöhlten Rübe. In den USA entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte die Idee in die Rüben Fratzen zu schnitzen, welche die bösen Geister aus der Dunkelheit abschrecken sollten. Da der Kürbis in den USA weiter verbreitet ist als die gemeine Rübe, verwendete man eben den Kürbis.
Das Kürbis-Schnitzen ist eine klassische Halloween-Tradition das Gruselfest zu feiern. Doch im Jahr 2001 wurde ein Versuch unternommen Halloween auf eine moderne Art und Weise zu zelebrieren. In Sacramento, USA füllten sich in der Nacht vom 29. Oktober 2001 die Straßen mit befreundeten Studenten, die als Zombies verkleidet von Kneipe zu Kneipe wanderten und unwissend ein neues Halloween-Phänomen begründeten: Der Zombiewalk wurde geboren. Was als lustige Aktion von 13 Studenten startete, nahm in wenigen Jahren großes Ausmaß an: Bereits 2006 liefen im amerikanischen Pittsburgh 895 Zombies bei dem örtlichen Zombiewalk mit. Die Folge war der Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde. Auch in Deutschland fi nden vereinzelt Zombiewalks statt. Regeln gibt es hier neben der Kostümpflicht und dem eher gemütlich-schlurfenden Gang kaum. Im Endeffekt ist der Zombiewalk ein Faschingsumzug mit Untoten. Unter den Teilnehmern finden Sie entstellte Untote, blutverschmierte Unfallopfer, düstere Vampire und das eine oder andere Frankenstein-Monster. Hier engagieren sich vor allem die lokalen Faschings- und Karneval-Vereine mit steigendem Interesse; besonders Köln spielt in dieser noch sehr jungen Tradition eine Vorreiterrolle. Das Entwerfen des eigenen Outfits macht, wie es jeder Faschings-Fan weiß, unglaublich viel Spaß und das Mitlaufen bei einem Zombiewalk kann eine perfekte Einstimmung auf die Halloween-Nacht sein. Ob Sie mit den anderen Untoten in gruselig geschmückten Bars die Nacht zum Tag machen oder den Walk einfach bei sich zu Hause mit Freunden bei ein paar alten Horrorfi lm-Klassikern wie „Der Exorzist“ (1973) oder „Tanz der Teufel“ (1981) ausklingen lassen: Der Zombiewalk ist eine junge Tradition, die Halloween mehr Leben einhaucht. Ironischerweise. (km) // Foto: © MissDeeCS

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