Strahlung: Vor Handys wird amtlich gewarnt

BildWie Sie Gesundheitsrisiken durch die mobile Kommunikation begegnen können:
Ach wie schön war das mit dem guten alten Festnetz, da gab es keine Gesundheitsrisiken durch Strahlung! Inzwischen hat die mobile Kommunikation unser ganzes Leben verändert. Jeder hat inzwischen eine Handy oder ein Smartphone und zuhause strahlen DECT-Telefon und WLAN. Denn die mobilen Anwendungen nutzen alle hochfrequente elektromagnetische Felder für die Übertragung von Sprache und Daten.

Keine eindeutigen Antworten
Strahlung kann gesundheitsschädlich sein, das ist klar. So warnt das Bundesamt für Strahlenschutz vor möglichen gesundheitlichen Risiken durch Nutzung des Handys und rät, das Festnetz zu nutzen, wenn Sie die Wahl haben. Doch angesichts der noch jungen mobilen Kommunikation gibt es nur wenige Studien und Aussagen über die Langzeitfolgen der Strahlung. Wer das Risiko von gesundheitlichen Schäden – wie zum Beispiel Krebs – vermindern will, sollte einige Tipps beachten.

Telefonieren mit dem Handy
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) räumt ein, dass mögliche gesundheitliche Risiken einer langfristigen Belastung mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern durch Telefongespräche mit dem Handy bei Erwachsenen nicht vollständig ausgeschlossen werden können. Dies gilt auch für die Frage, wie sich die Nutzung von Handys durch Kinder gesundheitlich auswirken könnte. Daher rät das BfS, bei Wahlmöglichkeit lieber das Festnetz zu benutzen und Gespräche mit dem Mobiltelefon möglichst kurz zu halten. Außerdem sollte man mobile Gespräche bei schlechtem Empfang möglichst vermeiden. Um die individuelle Strahlenbelastung zu senken, sollten Verbraucher beim Kauf eines Handys oder Smartphones auf einen niedrigen SAR-Wert (Spezifische Absorptionsrate) achten. Die SAR-Werte der aktuell auf dem Markt erhältlichen Modelle finden Sie unter www.bfs.de/sar-werte-handy. Zudem empfiehlt das BfS, ein Headset zu nutzen, weil dadurch der Abstand zwischen Kopf und Antenne verringert wird (ergo: weniger Strahlung). Zudem sollten Verbraucher SMS-Möglichkeiten nutzen, da Sie dann das Handy nicht am Kopf halten.

Tipps für Smartphones und Tablets
Bei Smartphones und Tablets sollten Nutzer nur im Internet surfen und Emails abrufen, wenn der Empfang gut ist oder WLAN zur Verfügung steht. Denn bei WLAN sei die Sendeleistung in der Regel niedriger als bei den Mobilfunkstandards UMTS, GSM oder LTE. Emails sollten nur bei Bedarf abgerufen werden. Nutzer sollten keine Emails abrufen, während sie telefonieren. Außerdem sollten sie beim Surfen im Internet auf einen ausreichenden Abstand zum Körper achten. Ganz besonders wichtig ist dem BfS die Minimierung der Strahlenbelastung für Kinder, da diese sich ja noch in der Entwicklung befinden und deshalb gesundheitlich empfindlicher reagieren könnten. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob jüngere Kinder wirklich schon ein eigenes Handy oder Smartphone besitzen sollten. Zumal auch die Langzeitfolgen der Strahlung nicht vollständig geklärt sind. Darüber hinaus ist es angesichts der permanenten Strahlung natürlich besser und mithin gesünder, sein Smartphone abends auszuschalten als es neben dem Bett liegen zu haben und sich durch das Mobiltelefon wecken zu lassen.

Strahlenquelle DECT-Telefon
Auch schnurlose Festnetztelefone mit DECT-Standard sind eine zu beachtende Strahlungsquelle im privaten Haushalt. Hier rät das BfS, neuere strahlungsarme Geräte zu nutzen, bei denen zum Beispiel die Basisstation nicht im Standby sendet und bei denen sich die Strahlenbelastung automatisch dem Bedarf anpassen. Bei herkömmlichen DECT-Telefonen empfiehlt das BfS, die Basisstation an einem funktechnisch günstigen Ort aufzustellen, an dem sich Personen nicht ständig aufhalten. Also zum Beispiel im Flur und nicht im Schlafzimmer neben dem Bett. Außerdem sollte man Freisprecheinrichtungen nutzen und kurze Telefonate führen.

Tipps für WLAN
Auch WLAN (wireless local area network) strahlt. Daher rät das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG), das WLAN nur einzuschalten, wenn es gebraucht wird. Vor diesem Hintergrund dürfte es sicher sinnvoll sein, das WLAN nachts auszuschalten. Darüber hinaus sollte laut BAG der Zugangspunkt (Access Point) möglichst einen Meter entfernt von lang besetzten Arbeits-, Aufenthalts- oder Zugangsplätzen installiert werden. Zudem sollte der Zugangspunkt zentral platziert werden, damit alle zu versorgenden Geräte einen guten Empfang haben.

Alles in allem birgt die Strahlung durch die mobile Kommunikation doch auch gesundheitliche Risiken. Gesundheitsbewusste Nutzer sollten obige Ratschläge beachten und, wenn möglich, auch einmal ihre mobilen Geräte abschalten. Ohne den Stress einer ständigen Erreichbarkeit lebt es sich ohnehin gesünder. (wrü)

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