Wie viel Sonne ist gesund?

Mit dem Frühling können wir auch wieder die ersten Sonnenstrahlen erwarten. Ob im Urlaub oder auf dem heimischen Balkon, will jeder in ihren Genuss kommen und dabei auch etwas Farbe annehmen. Durch ihre Wirkung auf die Vitamin-D-Produktion ist die Sonne ein echter Stimmungsaufheller, doch ihre Risiken sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen.

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Den eigenen Hauttyp beachten
Nicht jeder Mensch verträgt die Sonne gleich gut. Je heller die Haut von Natur aus ist, umso weniger Sonne verträgt man unversehrt. Man unterscheidet zwischen vier Hauttypen:

Typ I: sehr helle Haut, blaue Augen, Sommersprossen, wird nicht braun, blondes oder rotes Haar, ungeschütztes Sonnen bis zu zehn Minuten.
Typ II: helle Haut, blaue oder grüne Augen, bekommt schnell Sommersprossen, wird nur langsam braun, blondes Haar, ungeschütztes Sonnen bis zu 15 Minuten.
Typ III: leicht gebräunte Haut, braune oder graue Augen, selten Sommersprossen, nimmt schnell Bräune an, braunes Haar, ungeschütztes Sonnen bis zu 20 Minuten.
Typ IV: brauner Hautton, braune Augen, keine Sommersprossen, wird schnell braun, braunes bis schwarzes Haar, ungeschütztes Sonnen bis zu 30 Minuten.

Wer also blond oder rothaarig ist und Sommersprossen hat, sollte sich höchstens zehn Minuten schutzlos in der Sonne aufhalten. Dunklere Typen können die Zeitspanne bis zu 30 Minuten verlängern. Doch ein Sonnenbrand sollte auf alle Fälle vermieden werden, denn damit wird das Hautkrebsrisiko langfristig erhöht. Grund für den Sonnenbrand sind die UVB-Strahlen, die in die Haut eindringen und die Zellen schädigen. Auch wer unter Hautreizungen durch die Sonne, im Volksmund auch als Sonnenallergie bekannt, leidet, sollte vorbeugen. Es gibt drei Formen dieser Hautkrankheit: Die Mallorca-Akne, die vor allem an den ersten Sonnentagen auftritt und kleine Pusteln auf der Haut entstehen lässt ist die harmloseste Variante. Unbehandelt vergeht sie nach einigen sonnenfreien Tagen. Häufiger tritt jedoch eine photoallergische Reaktion auf. Sie entsteht, wenn UV-Strahlen auf bestimmte Cremes oder Medikamente treffen, gegen die der Körper dann eine Abwehrreaktion entwickelt. Die am weitesten verbreitete Form der Sonnenallergie ist die polymorphe Lichtdermatose. Sie trifft vor allem junge, hellhäutige Frauen und zeigt sich innerhalb von Stunden durch Papeln, Ekzeme und Blasen. Die Ursache ist nicht vollständig geklärt, man vermutet jedoch, dass der Körper versucht, mit einem Zuviel an Sonne klarzukommen und deshalb überreagiert. Vorbeugen kann man, indem man die Haut langsam an die Sonne gewöhnt und die Mittagssonne vollständig meidet. Auf Kosmetika und Parfüms sollte man vor dem Sonnen verzichten, um das Risiko von Wechselwirkungen zu verringern. Bei extremen Formen von Sonnenallergie kann ein Arzt eine Phototherapie anordnen, bei der die Haut schon vor dem Hochsommer regelmäßig mit steigenden Dosen an UV-Licht bestrahlt wird.

Der richtige Schutz
Bei Sonnencreme gilt: Mehr ist mehr! Tragen Sie die Creme ruhig in großzügigen Mengen auf. Die Creme muss vollständig eingezogen sein und nach dem Schwimmen immer wieder neu aufgetragen werden, um ihre Wirkung voll zu entfalten. Um die Schutzdauer zu ermitteln, multipliziert man die Zeit, die man ungeschützt in der Sonne verbringen kann mit dem Lichtschutzfaktor. Ein hellhäutiger Typ kann also mit einer Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 dreihundert Minuten in der Sonne verbringen. Dies ist allerdings nur ein Durchschnittswert. Wer auf Nummer Sicher gehen will, wählt nur zwei Drittel der errechneten Zeit. Denken Sie beim Eincremen auch an kleine Bereiche, wie die Fußsohlen, Ohren und Augenlider. Wer vollkommen abgesichert sein will, kann schon in den Wintermonaten mit einer Anpassung der Ernährung beginnen, um die Haut weniger empfindlich zu machen. Ausreichend Carotinoid, das in Karotten, Tomaten, Spinat, Brokkoli und Paprika enthalten ist, helfen der Haut, die Sonne besser zu verarbeiten und verstärken den Bräunungseffekt.

Sonnenschutz bei Kindern
Da die Haut Jahre braucht, bis sie vollständig entwickelt ist, gelten für Kinder besondere Schutzbedingungen. Auch wenn man gerade nicht im Sommerurlaub ist, verbringen Kinder viel Zeit draußen. Deshalb am besten schon morgens vor dem Kindergarten eincremen und mit Sonnenbrille und Kappe ausstatten. Bunte Cremes verhelfen zu mehr Spaß beim Cremen. Besonders im ersten Lebensjahr sollte ein Kind nie der direkten Sonne ausgesetzt sein. Da die junge Haut noch sehr empfindlich ist, sollte auch Sonnencreme vermieden werden und durch Schirme und Kappen ersetzt werden. Kann man einmal nicht auf Sonnencreme verzichten, sollte das Produkt zumindest speziell für Babys sein, da Standardsonnencremes Alkohole und Hormone enthalten können. Vorsicht bei Babyölen: Sie verstärken die Lichtempfindlichkeit der Haut!

Nachsorge
Wer sich doch einen Sonnenbrand oder die sonnenallergietypischen Papeln eingefangen hat, sollte die Haut spätestens jetzt gut pflegen. Das heißt: Sich nicht der direkten Sonne aussetzen, die geröteten Stellen mit Quark kühlen oder kalt abduschen. Außerdem sollte man ausreichend Wasser trinken, um die Haut von innen mit Feuchtigkeit zu versorgen. Klingt der Sonnenbrand nach zehn Tagen nicht ab oder entsteht direkt nach dem Sonnenbad Übelkeit, sollte man einen Arzt aufsuchen, um einen Hitzschlag auszuschließen und sich mit Cremes versorgen zu lassen.

Wer einfach nur seine Bräune möglichst lange behalten möchte, kann die Haut einmalig peelen und sie dann regelmäßig mit feuchtigkeitsspenden Cremes versorgen. (Eva Rüppel) // Foto: © marusenka – Fotolia.com

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