Spectre: Der wahrscheinlich letzte James-Bond-Film mit Daniel Craig

Bild„Spectre“ ist ein virtuoser und facettenreicher Abschluss der letzten James-Bond-Filme „Skyfall“, „Quantum of Solace“ und „Casino Royale“. Auch wenn der Film teilweise etwas unausgeglichen wirkt, ist der 148-minütige Streifen ein absolutes Kino-Highlight!

Im neuen James-Bond-Streifen, der am 05. November unter dem Titel „Spectre“ in den deutschen Kinos anläuft, soll der Geheimdienst MI6 endgültig dicht gemacht werden. Die Geheimdienste sollen von einer neu gegründeten, interenationalen Einheit, dem „Center for National Security“ (CNS), abgelöst werden. Der Einsatz von Geheimagenten ist für den CNS-Leiter Max Denbigh nicht mehr zuverlässig und zu unsicher. Doch James Bond ist erneut unbeirrt und versucht endlich die Hintermänner der Verbrechen und Terrorakte zu entlarven, die ihn seit seiner ersten Mission in „Casino Royale“ immer wieder verfolgen. Über diverse Quellen gerät er auf die Spur der mysteriösen Organisation namens „Spectre“. Doch diese scheint Bond in seiner letzten offiziellen Mission, vor der Schließung des MI6, immer einen Schirtt voraus zu sein.

Die Story von „Spectre“ ist nicht unbedingt etwas Neues. Ähnliche Grundszenarien findet man in vielen Agentenfilmen wie z.B. in dem Action-Thriller mit Tom Cruise „Mission Impossible: Rouge Nation“. Mit 148 Minuten ist „Spectre“ der längste Bond-Film und zeigt dabei solide Action mit guten Darstellern. Das eigentliche Highlight ist allerdings das Psychospiel, auf das sich James Bond einlässt, um die vielen losen Enden aus seinen vorherigen Missionen zu verknüpfen. „Spectre“ geht hier in vielen Szenen auf die vorhergehenden Filme „Skyfall“, „Quantum of Solace“ und „Casino Royale“ ein: Immer wieder tauschen Referenzen zu den Vorgänger-Filmen auf, die teilweise sehr subtil in das Gesamtwerk eingeflochten sind. Dem Kinofan, der alle Details der Story von „Spectre“ mitnehmen möchte, sei empfohlen vielleicht nochmal die letzten drei Filme zu genießen. So verbinden „Casino Royal“, „Quantum of Solace“, „Skyfall“ und „Spectre“ die bisher längste, zusammenhängende Erzählunf in der James-Bond-Reihe. Diese Entwicklung hat der gesamten James-Bond-Saga viel Tiefe, Charakter und deutlich mehr Qualität gebracht. So zählt nicht umsonst Daniel Craig als der beste James Bond seit Sean Connery.

Doch viele Kinokritiker sind der Meinung, was in den letzten drei Bond-Filmen sehr gut gelungen ist, scheitere in „Spectre“: Die Balance zwischen Action und Anspruch. Es sei zu viel Drama in der Story und der Entwicklung einiger Figuren; die durchschnittliche Action könne dies aber nur halbwegs auflockern. „Spectre“ überzeugt allerdings auf jeden Fall mit guten Dialogen: Hier sitzt jede Geste, jeder Tonfall, jeder abschätzige Blick und jede steife britische Oberlippe. Das liegt vor allem an dem grandiosen Cast des Films, der mit Daniel Craig, Monica Bellucci, Ben Whishaw, Ralph Fiennes und Christoph Waltz seinesgleichen sucht. Die Action wirkt hingegen lieblos und schon fast irgendwie erzwungen – es gehöre nun mal zu einem Kino-Blockbuster dazu. So ließt man in einer Filmrezension von Spiegel Online, 27.10.2015: „Es gibt aufwendigste Verfolgungsjagden mit teuren Sportwagen, loopingschlagenden Helikoptern und einem Flugzeug, das zum alpinen Schlitten umfunktioniert wird. Aber nichts davon besitzt jenen Wow-Effekt, den man von einem Prestige-Film erwarten würde, der angeblich zwischen 250 und 300 Millionen Dollar gekostet haben soll.“ – Vielleicht sind wir mittlerweile von Blockbuster-Kinoexplosionen zu abgestumpft , wer weiß. Das darf jeder Kinogänger für sich selbst entscheiden.

Diese Entwicklung ist allerdings nicht so verkehrt, denn tatsächlich brachten die letzten Bond-Filme mit Hauptdarsteller Daniel Craig viel Tiefe und Köpfchen in die bisher eigentlich sehr oberflächliche und ins Charakterlose tendierende James-Bond-Saga. Doch in seinen letzten Interviews gab Craig bekannt, er werde es sich sehr genau überlegen, ob er den Agenten mit der Lizenz zum Töten erneut verkörpern wird, da er sich sehr müde und ausgelaugt fühle. Doch so oder so, ist „Spectre“ ein facettenreicher Agenten-Thriller, der einen phantastischen, aber auch leicht ungleichgewichtigen Abschluss der letzten James-Bond-Filme darstellt. Ein absoluter Muss für Bond-Fans und Actionliebhaber. (km) // Foto: © http://www.007.com/

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