AnnenMayKantereit – Alles nix Konkretes

„Ich glaube, man schreibt solche Lieder um Gefühle zu ordnen. Ich bin der festen Überzeugung, dass Lieder am schönsten sind, wenn sie notwendig sind“, erklärt Sänger Hennig May über die Songs auf dem im März erschienen Album „Alles nix Konkretes“. Und dass die Songs in irgendeiner Weise notwendig für die Band waren, fühlt man an ihrer Authentizität und Einzigartigkeit. Für Musikliebhaber definitiv ein Highlight!

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Der Bandname ist sperrig, fast unaussprechlich, aber doch irgendwie echt und authentisch. Er setzt sich aus den Nachnamen der Bandmitglieder Christopher Annen, Hennig May und Severin Kantereit zusammen. Die drei Kölner treten nach dem Abitur in ihrer Heimatstadt oft als Straßenmusiker auf und entwickeln hier ihren unverwechselbaren Sound und die Liebe zu Live-Auftritten. Anfangs sind es englischsprachige Coversongs, nach einer Weile deutschsprachige Eigenkompositionen mit denen „AnnenMayKantereit“ die Menschen begeistern. Doch in jedem Stück ist es die einzigartige Stimme des Sängers Hennig May, die jeden Fußgänger aufhorchen lässt. „Ich glaube schon, dass uns die Straßenmusik sehr viel weiter gebracht hat. Nicht nur musikalisch an dem jeweiligen Instrument, sondern auch als Kollektiv“, erklärt Schlagzeuger und Perkussionist Severin Kantereit.

BildDie drei jungen Musiker leben immer noch in Köln, sind zusammen aufgewachsen und schreiben heute Songs darüber, wie sie das Leben und die Liebe zerreißt, ratlos macht und beflügelt. „AnnenMayKantereit“ haben sich mit ihren Straßenkonzerten in ausverkaufte Musikclubs gespielt. Ihre Musikvideos drehen sie selbst; das erste Album haben sie ebenso im Alleingang live eingespielt. Die Fangemeinde ist seit den ersten Straßenliedern beeindruckend gewachsen; die Videos werden tausend-, mittlerweile millionenfach in YouTube aufgerufen. Das ist viel Aufmerksamkeit für eine so junge Band, die gar nicht versucht hat, jeden Blick auf sich zu ziehen. Mit Schlagzeug, Gitarre, Bass, Gesang, Klavier, Mundharmonika und mit viel Songwriter-Talent, viel Blues und einer unverwechselbaren Stimme treffen „Annenmaykantereit“ die Herzen ihrer Generation. Und oft genug auch von der davor und der danach. „Unsere Musik in Genres zu beschreiben ist schwierig, aber man kann sie mit Wertebegriffen beschreiben. Ich glaube, das ‚handgemacht‘ ein sehr wichtiger Begriff ist. Wir haben keine Computer, wir spielen echte Instrumente“, sagte Sänger Hennig May im Interview mit dem deutschen Musikmagazin popXport. Echt, bodenständig und authentisch wären wahrscheinlich weitere Wertbegriffe, die auf die Musik von AnnenMayKantereit zutreffen.

„Das Prinzip Do-it-yourself war uns wichtig, weil wir alles einmal selbst gemacht haben wollten, ob es klassische Management-Aufgaben sind, Booking oder Merchandise-Versand“, erklärt der Gitarrist Christopher Annen. Hört man Songs wie „Sometimes I Like To Lie“ oder „Oft gefragt“ wird man von dem Talent dieser Ausnahmemusiker überflutet. Doch so viel Rhythmus, so viel Melodie, so viel Kreativität und Leidenschaft auch in den Songs stecken mag, so ist die gewaltige und unverwechselbare Stimme des Sängers das Highlight eines jeden Songs. Gepaart mit der lyrischen Qualität der Songtexte ist die Musik von „AnnenMayKantereit“ ein im deutschen Musikbusiness seltenes Erlebnis. Nach einer langen Clubtour durch Deutschland unterschrieb die Band im August 2015 einen Major-Vertrag bei Universal Music. Im Oktober 2015 erschien die erste LP „Wird schon irgendwie gehen“ und im März 2016 das erste Album „Alles nix Konkretes“. Man kann nur hoffen, dass sich die jungen Musiker durch den großen Vertrag und das große Geld nicht von ihrem Weg ziehen lassen, ihren Werten treu bleiben und weiterhin so einzigartige und vor allem authentische Musik machen. (km) // Fotos: © http://annenmaykantereit.com/

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