COPD – Eine unterschätzte Lungenerkrankung

COPD (chronic obstructive pulmonary disease) ist eine Lungenkrankheit, die oft bei Rauchern und Passivrauchern vorkommt. Sie ist eine chronische Erkrankung der Lunge, die dauerhaft verengte, entzündete Atemwege aufweist. Typische Symptome sind hier Husten mit Auswurf und Atemnot bei Belastung. Der Verzicht auf Nikotin ist einer der wichtigsten Therapiemaßnahmen.

Häufig wird COPD als Raucherlunge bzw. Raucherhusten verharmlost. Dabei ist sie eine lebensbedrohliche Lungenkrankheit. Weltweit leiden etwa 64 Millionen an dieser Erkrankung COPD ist die häufigste Erkrankung der Atmungsorgane. Die Erkrankung nimmt weltweit betrachtet außerdem den vierten Platz der Todesursachenstatistik ein. Laut einer Prognose von Experten wird diese schon 2020 auf Platz drei vorrücken. Daher ist diese chronische obstruktive Bronchitis die Volkskrankheit mit der höchsten Steigerungsrate.

COPD ist die Abkürzung der englischen Bezeichnung „chronic obstructive pulmonary disease“. Dies bedeutet im Deutschen „chronisch obstruktive Lungenerkrankung/Bronchitis“. Die Erkrankung ist meistens eine Kombination aus Bronchitis und einem Lungenemphysem. Ein Lungenemphysem ist eine überblähte Lunge. Die Wandstruktur der Lungenbläschen kann während des Krankheitsverlaufs zerstört werden. Daher werden die Lufträume unwiderruflich erweitert. Im gesunden Zustand sieht die Lunge aus wie eine Rebe mit Trauben. Hier sieht die Lunge aber eher aus wie ein großer Ballon. Bei einer Exazerbation verschlimmert sich die COPD schubweise. Chronischer Husten, Atemnot und schleimartiger Auswurf nehmen hierbei akut zu. Dies ist ein Zeichen dafür, dass sich die Lungenfunktion rasch verschlechtert und kann daher für den Patienten ein belastendes und bedrohliches Ereignis sein.

Etwa 20 Prozent der langjährigen Zigarettenraucher entwickeln eine COPD. Das COPD-Risiko ist hierbei siebenfach höher als bei Menschen, die nie geraucht haben. Männer leiden dreimal häufiger an dieser Krankheit als Frauen. Aber nicht immer ist Rauchen die Ursache für die Beschwerden. Bei manchen Patienten liegt die chronische Lungenerkrankung an einem genetisch bedingten Mangel von dem Protein Alpha-1-Antitrypsin. Durch Entzündungsprozesse und chronische Reizzustände wird vermehrt Gewebe abgebaut. Es entwickelt sich eine chronische Entzündung wie bei einer durch Schadstoffe ausgelösten COPD. Hier kann sich im weiteren Verlauf ein Lungenemphysem entwickeln. Dieser Mangel kommt in Europa etwa so häufig vor wie Typ-1-Diabetes. Die Erbkrankheit wird oft nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, weil sie weniger Aufmerksamkeit erhält. Eine weitere Ursache kann eine hohe Luftverschmutzung sein. Ebenso erhöhen häufige Infekte im Kindesalter die Wahrscheinlichkeit an COPD zu erkranken. Außerdem können auch schädliche Dämpfe, Stäube, Rauch oder Gase, denen Menschen am Arbeitsplatz ausgesetzt sind für die Krankheit verantwortlich sein. Bei Nichtrauchern ist das Risiko um das 2,4-fache erhöht, später an einer COPD zu erkanken. Bei Rauchern ist das Erkrankungsrisiko sogar um das 18-fache erhöht.

Die COPD entsteht in der Regel durch eine obstruktive Bronchitis. Durch eingeatmete Schadstoffe entzünden sich die kleinen Atemwege. Zum Schluss wird von der Lunge vermehrt Schleim abgesondert. Hierbei werden die Flimmerhärchen, die dafür zuständig sind Fremdkörper aus den Atemwegen in Richtung Rachen zu befördern, beschädigt. Sie verlieren ihre Reinigungs- und Transportfähigkeit. Die Wand der Lungenbläschen wird dünn und somit beim Ausatmen instabil. Wenn der Betroffene nun versucht mit aller Kraft auszuatmen, fallen die Lungenbläschen in sich zusammen und die Atemwege verengen dauerhaft. Die Folgen sind Atemnot und Leistungsschwäche.

Durch den übermäßig produzierten Schleim können die kleinen Atemwege stark zuschwellen. Beim Einatmen gelangt die Atemluft gerade noch durch den Unterdruck in die Lungenbläschen. Die Luft kann beim Ausatmen jedoch nicht hinausgepresst werden. Die Restluft bleibt in den Bläschen. Als Folge verbinden sich die kleinen Lungenbläschen miteinander und werden zu immer größeren Blasen, die sogenannten Emphysemblasen. Die Oberfläche der Bläschen verkleinert sich insgesamt.

Bis heute ist trotz intensiver Forschungsbemühungen eine Heilung von COPD nicht möglich. Daher gehört zu den Zielen der Behandlung das Fortschreiten der Erkrankung zu verringern. Die körperliche Belastbarkeit der Betroffenen soll verbessert werden. Zur Behandlung gehört außerdem das Altagsleben zu erleichtern und die Lebensqualität zu verbessern. Zum wesentlichen Bestandteil der täglichen COPD-Behandlung sind Medikamente. Hier kommt es auf das Erkrankungsstadium an. Es sind verschiedene Kombinationen von Medikamenten üblich. Vor allem werden Medikamente eingesetzt, die die Atemwege erweitern und dadurch das Atmen erleichtern sollen. Kortisonhaltige Medikamente sollen die Entzündung der Atemwege hemmen. Bei sehr weit fortgeschrittener COPD ist oft eine Sauerstoffbehandlung zusätzlich notwendig. Wie diese aussieht, richtet sich nach Schwere der Erkrankung. Körperliche Aktivitäten, Atemtraining, Inhalationen oder Ernährungsumstellungen sind unterstützende Maßnahmen. Außerdem bieten Krankenkassen sogenannte Disease-Management-Programme für Menschen mit COPD an. Hier ist das Ziel die schweren Atemnot-Anfälle zu verringern und das Fortschreiten der Krankheit abzubremsen.

Jahrelang kann mit der Krankheit mit nur kleineren Einschränkungen gelebt werden. Mit der Zeit nehmen die Beschwerden jedoch zu. Bei einer schweren COPD ist daher kein normales Alltagsleben mehr möglich. Früher oder später wird eine umfassende Pflege und Unterstützung durch andere nötig. Je mehr die Krankheit fortschreitet, desto wichtiger wird die praktische, aber auch emotionale Unterstützung durch Freunde und Familie notwendig.

Die Lebenserwartung bei COPD verringert sich durchschnittlich um fünf bis sieben Jahre im Vergleich zu gesunden im gleichen Alter. Eine wesentliche Lebensverlängerung ist nur durch Rauchverzicht möglich. Sollten Begleiterkrankungen auftreten, wirkt sich das negativ auf die Lebenserwartung aus. Um einer COPD vorzubeugen ist die wirksamste Möglichkeit nicht zu rauchen oder das Rauchen aufzugeben. Schadstoffe in der Umwelt oder am Arbeitsplatz sollten vermieden werden. Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz können dafür sorgen, dass man solchen Stoffen nicht dauerhaft ausgesetzt ist. Während der Erkältungs-/Grippesaison ist es wichtig, sich vor einer Ansteckung zu schützen, da die Symptome zusätzlich schwächen.

Die COPD wird nach Schweregraden gerichtet. Die Einteilung dieser Schweregrade richtet sich nach der Lungenfunktion, die durch eine Spirometrie gemessen wird. Hierbei handelt es sich um eine vollkommen schmerzfreie Untersuchung. Es wird getestet, wie viel Luft innerhalb einer Sekunde ausgeatmet werden kann. Der Wert ist bei einer Verengung der Bronchien deutlich vermindert als im gesunden Zustand. Bei zunehmendem Schweregrad kommt es im Regelfall zu einer Zunahme der Symptome Atemnot und Husten. Die Schweregrade werden in leichtgradige, mittelgradige, schwere und sehr schwere (Grad I, II, III und IV) COPD unterteilt. (tb)

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