Schwachstelle Genick – Ein allgemein verständliches Buch über ein unterschätztes Krankheitsrisiko

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BildVielleicht kennen Sie das auch? Es knackt und knirscht im Nacken bei jeder Kopfbewegung, Ihnen wird schwindelig, wenn Sie den Kopf stark drehen, oder sogar schwarz vor den Augen? „Wir sind sozusagen eine Nation der Halswirbelsäulengeschädigten“ behauptet Dr. Bodo Kuklinski und regt in seinem 2006 erschienenen Buch „Schwachstelle Genick“ seine Leser an, darüber nachzudenken, ob ihr Nacken eventuell einen „Knacks“ haben könnte. Sei es durch ein Schleudertrauma nach einem Pkw-Unfall, einen Fahrradunfall , Stürze beim Eislaufen, beim Skilaufen oder Kopfbälle beim Fußball, aber auch durch schweres plötzliches Heben, Gegenstände, die einem auf den Kopf fallen, oder das Überstrecken des Genicks bei einer Vollnarkose. Das ist nur ein kleiner Teil der möglichen Ursachen für eine Schädigung der Halswirbelsäule.

Vielleicht gehören Sie ja auch zu den Menschen, deren Halswirbelsäule instabil ist, vielleicht haben auch Sie eine jahrelange Odyssee durch verschiedene Arztpraxen hinter sich, ohne dass Ihnen wirklich geholfen werden konnte, weil einmal wieder nur die Symptome und nicht die Ursache behandelt wurden?

Das instabile Genick als Krankheitsgenerator
„Es ist höchste Zeit, die Gesundheit des Menschen als das Zusammenwirken komplexer Prozesse zu begreifen, die ganzheitlich funktionieren, anstelle streng geordnet nach Fachrichtungen zu diagnostizieren und zu behandeln“, sagt der Autor des hier vorgestellten Buches, Dr. Bodo Kuklinski. Er und seine Mitautorin, Dr. Anja Schemionek, beschreiben, dass nicht nur Beschwerden an Knochen und Muskeln, also am Bewegungsapparat, auf eine Schädigung der Halswirbelsäule folgen können, sondern dass die instabile Halswirbelsäule sozusagen als Krankheitsgenerator für die unterschiedlichsten körperlichen und auch psychischen Erkrankungen verantwortlich sein kann.

Allergien, Neurodermitis, Migräne, Herzprobleme, Bluthochdruck, Diabetes, chronische Darmentzündungen, aber auch Depressionen, das chronische Müdigkeitssyndrom und Nahrungsmittelunverträglichkeiten, dies ist nur ein kleiner Teil der Beschwerden, die durch eine geschädigte Halswirbelsäule ausgelöst werden können.

Was passiert, wenn es den Nacken erwischt?
Der Hals ist eine äußerst sensible Stelle des Körpers, denn „alle Stränge, die den Körper versorgen, müssen da durch. Und umgekehrt genauso: Alles was der Kopf dem Körper zu sagen hat, muss durch den Hals hinab.“ So der Autor des Buches. „Es sind die Blutbahnen und Nerven, die hier wichtig sind.“ Man kann sich gut vorstellen, dass eine Schädigung an dieser „Sollbruchstelle“ des Körpers weitreichende Folgen für die Gesundheit hat, denn „jeder noch so kleine Unfall kann sich auf das Genick auswirken, auch wenn der Nacken gar nicht direkt betroffen ist. “Ist die Halswirbelsäule erst einmal instabil, das heißt, sind die Bänder, die die beiden oberen Wirbel Atlas und Axis stützen sollen, überdehnt, arbeiten Atlas und Axis nicht mehr exakt miteinander. Das führt laut Dr. Kuklinski dazu, dass „all die wichtigen Blutbahnen und Nervenstränge und die benachbarten Regionen des Gehirns durch unnatürliche Bewegungen der Wirbel gedrückt und gerieben werden“. Außerdem betont der Autor, dass es durch die ständige Nervenreizung zu Entzündungen kommen kann, mit vielen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit. In Kapitel 3 und 4 des Buches beschreiben die Autoren ausführlich wie sich dauerhaft gereizte Hirnnerven, ein überreizter Sympathikus, und dauernde Entzündungen auf die unterschiedlichen Organsysteme auswirken können. Schlimmstenfalls streiken die Kraftwerke unserer Zellen, die Mitochondrien, es kommt zur sogenannten ‚Mitochondropathie‘.

Die drei Säulen der Therapie
Im letzten Teil des Buches beschreibt Dr. Kuklinski das von ihm entwickelte und immer wieder erfolgreich eingesetzte Drei-Säulen-Therapiekonzept: „Die Therapie der instabilen Halswirbelsäule mit Mitochondropathie muss auf mehreren Ebenen stattfinden. Zum einen sollte natürlich die Ursache so weit wie möglich beseitigt werden, zum anderen müssen die bereits entstandenen Symptome und Krankheiten behandelt werden und nicht zuletzt ist es wichtig, dass Vorsorge getroffen wird, damit sich nicht weitere gesundheitliche Probleme entwickeln“. Das heißt, erstens die Nackenmuskulatur muss gekräftigt werden durch spezielle Übungen und Behandlungen durch erfahrene Therapeuten. Aber auch in der Nacht braucht der Nacken eine gute Unterstützung durch passende Matratzen und Kissen. Die zweite starke Säule ist die optimale Ernährung und die gezielte Einnahme von Mikronährstoffen. Die dritte starke Säule dient der Vorbeugung. Wer seine „Schwachstelle Genick“ kennt, sollte nackenkräftigende Bewegungen in den Alltag einbauen und nackenbelastende Tätigkeiten vermeiden, das heißt zum Beispiel besser Walken statt Joggen oder Fahrradfahren im aufrechten Sitz anstatt stark nach vorne gebeugt, außerdem sollte man sich von allen halsbrecherischen Sportarten verabschieden. „Bewegung ist gut, aber moderate Bewegung sollte es sein“, so Dr. Kuklinski

Therapieerfolge und Therapiegrenzen
Dr. Bodo Kuklinski hat mit seinem Therapiekonzept bis 2006 fast 2000 Patienten behandelt. „In den meisten Fällen konnte eine Verbesserung des Gesamtzustandes, in sehr vielen Fällen ein völliges Verschwinden der Symptome erreicht werden“. Davon kann man sich am Ende des Buches selbst ein Bild machen. Symptome und Diagnosen sowie die Ergebnisse der Therapie sind dort auf drei Seiten aufgelistet. Dr. Kuklinski betont noch einmal wie wichtig es ist, das Therapieschema konsequent mit allen Teilbereichen durchzuziehen und wenn der Verdacht auf eine instabile Halswirbelsäule vorliegt, die Therapiemaßnahmen so schnell wie möglich einzuleiten. „Wenn die Symptome sich schon viele Jahre oder gar Jahrzehnte entwickelt hatten, waren die Therapieergebnisse schlechter und die Zeit bis zu den ersten Erfolgen länger“. so Dr. Kuklinski, „Hier gilt es sofort verantwortungsbewusst zu handeln – im Sinne der eigenen Gesundheit und Gesunderhaltung“.

Mein Fazit zu diesem Buch: absolut empfehlenswert. Es werden körperliche Zusammenhänge beschrieben, die auch für medizinische Laien wie mich logisch und nachvollziehbar sind. Und das Buch macht vielen Lesern Hoffnung, denn es zeigt, dass es Möglichkeiten gibt scheinbar schicksalhafte Krankheiten mit relativ einfachen Mitteln in den Griff zu bekommen. Meiner Meinung nach gehört das Buch in jede Physiotherapeutenpraxis! (Christiane Schmidt-Rüppel)

Die Autoren

  • Doz. Dr. sc. med. Bodo Kuklinski ist Facharzt für innere Medizin und Leiter des Zentrums für Umweltmedizin in Rostock. Er ist Autor von mehr als 120 Publikationen, von Büchern und zahlreichen Buchbeiträgen
  • Dr. rer. nat. Anja Schemionek ist Diplom-Biologin und Wissenschaftsredakteurin. Sie arbeitet als freie Autorin, Dozentin und Lektorin vor allem zu Gesundheitsthemen

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