Superfoods – Ein Wundermittel der Natur?

Sie sind Ihnen im Supermarkt Ihres Vertrauens bestimmt auch schon begegnet: Chia-Samen, Açai-Beeren oder Chlorella-Algen – die sogenannten Superfoods klingen exotisch und versprechen, besonders gesund zu sein. Aber was steckt wirklich hinter diesen Wundermitteln? Lohnt sich der Kauf, oder gibt es auch heimische Alternativen? Wir haben für Sie nachgeforscht.

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Hype um die Wundermittel
Als Superfood werden Lebensmittel bezeichnet, die besonders viele Vitamine und Nährstoffe enthalten und deshalb besonders gesund sind. Oft sind diese Nahrungsmittel eine gute Unterstützung beim Abnehmen, wirken entgiftend und antioxidativ. Meistens isst man diese Power-Nahrung roh (zum Beispiel Aronia- oder Goji-Beeren), zum Teil gibt es sie aber auch als Pulver oder Kapseln zu kaufen (zum Beispiel Matcha oder Chlorella-Algen).
Superfoods sind im Trend. Inzwischen gibt es sie überall zu kaufen, Models, Köche und Moderatoren preisen sie an. Aber: Der Begriff „Superfood“ ist nicht offiziell definiert. Im Prinzip darf sich also jedes Nahrungsmittel Superfood schimpfen. Ist das alles also nur eine Marketingstrategie? Natürlich sind die bekannten Superfoods alle sehr gesund, die angepriesenen Effekte sind aber selten wissenschaftlich nachgewiesen. Die Studien finden unter Laborbedingungen statt und können oft nicht auf die normale Ernährung übertragen werden, teilweise gibt es auch noch gar keine Studien.

Super für die Gesundheit – schlecht für die Umwelt
Viele Superfoods sind exotisch und müssen erst aus Südamerika oder Asien in unsere Supermärkte kommen. Der Transport und die Kühlung der empfindlichen Lebensmittel – das verschlingt natürlich viel Energie und beschert den Superfoods eine schlechte CO2-Bilanz. Manchmal sind die Nahrungsmittel auch mit Pestiziden oder Schwermetallen belastet. Es ist also besser, regionale Produkte zu kaufen, als die exotischen Superfoods. Und auch heimische Lebensmittel können richtige Wundermittel sein. Heidelbeeren, zum Beispiel, sind reich an Vitaminen, Calcium und Vitaminen und deshalb eine tolle regionale Alternative zu Goji- oder Açai-Beeren. Oder Grünkohl – er enthält Eisen, Calcium und Vitamin C und wirkt antioxidativ und entgiftend. Morgens im Müsli kann man statt Chia- auch Leinsamen essen, denn auch die enthalten gesunde Omega-3-Fettsäuren, Ballaststoffe und Antioxidantien.

Fazit: Sind Superfoods wirklich super?
Superfoods sind gesund, das kann man nicht bestreiten. Viele der Lebensmittel sind auch sehr lecker und eine tolle Abwechslung auf dem Teller. Aber Superfoods haben auch Nachteile: Oft sind sie sehr teuer, die Wirkung ist wissenschaftlich nicht bestätigt und die CO2-Bilanz schlecht. Man sollte die Wundermittel also kritisch betrachten und nicht alles glauben, was die Werbung sagt. Aber auch heimische Lebensmittel, können richtige Superfoods sein. Wann haben Sie das letzte Mal Grünkohl gegessen? Bei einem Besuch auf dem Markt können Sie heimische Superfoods entdecken. Denn gutes regionales Obst und Gemüse in Bio-Qualität ist genauso gut wie Chia, Goji oder Chlorella.

Chia-Samen
Woher kommen sie? Chia-Samen stammen ursprünglich aus Mexiko und wurden schon von den Mayas und Azteken verzehrt.
Was macht sie „super“? Chia enthält besonders viel Eisen, Kalzium, Antioxidantien,Ballaststoffe und gesunde Omega-3-Fettsäuren. Es enthält nur wenige Kalorien, macht aber satt und kann deshalb auch beim Abnehmen helfen.
Welche Nachteile gibt es? Langzeitstudien zur Verträglichkeit von Chia-Samen gibt es bisher noch nicht. Es wird aber vermutet, dass Chia blutverdünnend wirkt und eventuell den Blutdruck senkt. Im Zweifelsfall sollte man den Verzehr von Chia also mit einem Arzt abklären.
Gibt es heimische Alternativen? Leinsamen oder Nüsse sind billiger und müssen nicht extra aus Südamerika importiert werden.

Açai-Beeren
Woher kommen sie? Die Açai-Beere wächst im Amazonas-Gebiet und ist die Frucht der Kohlpalme. In Brasilien sind sie schon lange als gesundes Powerfood bekannt, der Boom in den USA und Europa kam aber erst, als Oprah Winfrey die Beeren in ihrer Talk-Show anpries.
Was macht sie „super“? Açai-Beeren kurbeln angeblich den Stoffwechsel an, vermindern den Hunger, machen schlank und faltenfrei – das wäre natürlich traumhaft. Gesund sind die Beeren allemal, aber man muss den aktuellen Hype kritisch betrachten. Auf jeden Fall enthalten Açai-Beeren bei einem niedrigen Zucker-Gehalt viele Antioxidantien, Vitamine und ungesättigte Fettsäuren.
Welche Nachteile gibt es? Açai-Beeren sind auf jeden Fall sehr gesund, aber nicht das Wundermittel, als das sie verkauft werden. Wer weniger Geld ausgeben will kann also auch auf regionale Alternativen umsteigen. Die haben auch eine bessere Klimabilanz, denn Açai-Beeren kommen immerhin aus Südamerika und brauchen nach der Ernte viel Kühlung.
Gibt es heimische Alternativen? Die meisten dunklen Beeren und Früchte enthalten viele Antioxidantien. Brombeeren, Heidelbeeren oder Holunder sind genauso gesund und man kann sie sogar selbst anpflanzen.

Goji-Beeren
Woher kommen sie? Die Goji-Beere (auch bekannt unter dem weniger exotischen Namen gemeiner Bocksdorn) kommt aus China und wird in der traditionellen chinesischen Medizin schon lange verwendet
Was macht sie „super“? Goji-Beeren gelten als die „Königin der Superfoods“. Sie enthalten viel Vitamin C, Vitamin A, Eisen, Selen und Zink. Die Beeren sollen Energie spenden, das Immunsystem stärken, eine Anti-Aging-Wirkung haben und sogar bei Krebsbehandlunge unterstützend wirken.
Welche Nachteile gibt es? Ähnlich wie Açai-Beeren sind auch die Goji-Beeren sehr gesund, es gibt aber auch heimische Beeren mit ähnlichen Eigenschaften. Auch bei Goji-Beeren sollte man die blutverdünnende Wirkung beachten. Außerdem haben die Beeren ein hohes Allergiepotential. Es gilt also: Im Zweifelsfall immer erst mit einem Arzt sprechen.
Gibt es heimische Alternativen? Die importierten Goji-Beeren sind oft pestizidbelastet. Der Bocksdornstrauch kann aber auch in Deutschland wachsen, Sie können die Wunderbeeren also auch ganz leicht selbst anbauen. Johannisbeeren, Erdbeeren oder Brombeeren enthalten aber auch viele Vitamine und sind gute regionale Alternativen.

Chlorella-Algen
Woher kommen sie? Die Chlorella ist eine Mikro-Alge, die auch in Deutschland gezüchtet wird. Zu kaufen gibt es sie als Nahrungsergänzungsmittel in Pulver- oder Kapselform.
Was macht sie „super“? Die Chlorella-Alge entgiftet den Körper und ist reich an Vitaminen, Aminosäuren und Nährstoffen, zum Beispiel Eisen, Zink und Calcium. Außerdem ist die Chlorella eine der seltenen pflanzlichen Vitamin B12 – Quellen. Perfekt also für Vegetarier und Veganer!
Welche Nachteile gibt es? Auch die Chlorella ist natürlich kein Allheilmittel – die versprochene Entgiftung ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Für Menschen, die auf Fleisch verzichten, sind Algen aber gute B12-Lieferanten.

Avocados
Woher kommen sie? Avocados kommen, je nach Sorte, aus Mexiko, Südafrika, Südspanien oder Zentralamerika.
Was macht sie „super“? Obwohl Avocados viele Kalorien und viel Fett enthalten, sind sie sehr gesund, denn es handelt sich hauptsächlich um ungesättigte Fettsäuren. Außerdem stecken in der Frucht Vitamin C, Vitamin A, Calcium, Eisen und viele weitere Vitamine und Nährstoffe. Avocados senken den Cholesterinspiegel und sollen beim Abnehmen helfen.
Welche Nachteile gibt es? Der hohe Avocado – Konsum bei uns bringt den Herkunftsländern viele Nachteile. Wälder werden abgeholzt und für den Anbau wird viel Wasser benötigt und das in Ländern, in denen das Wasser ohnehin knapp ist. Gerade bei Avocados sollten Sie also auf die Herkunft und kurze Transportwege achten.
Gibt es heimische Alternativen? Grünkohl und Brokkoli enthalten viel Eisen und Vitamin C, haben aber eine sehr viel bessere CO2-Bilanz. (Anna Rüppel)

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