Weihnachten in anderen Ländern

In Deutschland gehören bestimmte Bräuche und Traditionen klassischerweise zu Weihnachten dazu. Nachdem uns ein Kalender und Kranz durch den Advent begleitet haben, isst man an Heiligabend Gans oder Würstchen mit Kartoffelsalat und packt danach die vom Christkind gebrachten Geschenke aus. Doch wie sieht das Weihnachtsfest eigentlich in anderen Ländern aus?

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Wann wird gefeiert?
Während die Weihnachtsfeierlichkeiten in Deutschland am Abend des 24. Dezembers stattfinden, und auch dann schon beschert wird, feiert man in Russland, wo überwiegend orthodoxe Christen leben, erst am 7. Januar Weihnachten. Der Grund dafür ist, dass sich die russisch-orthodoxe Kirche nach dem julianischen Kalender richtet, die evangelische sowie die katholische Kirche richten sich jedoch nach dem gregorianischen Kalender. Die beiden Kalender unterscheiden sich um 13 Tage.

In den USA und England fängt das Weihnachtsfest am Abend des 24. Dezembers, am „Christmas Eve“ an. Am Abend geht man gemeinsam in die Messe und vor dem Zubettgehen hängt man seine Strümpfe vor den Kamin, damit Santa Claus sie mit Geschenken füllt. Oft wird ein kleiner Teller mit Keksen neben dem Weihnachtsbaum stehen gelassen, damit Santa sich stärken kann. Am nächsten Morgen packt man gemeinsam Geschenke aus und fängt an zu kochen, da man mittags mit der Verwandtschaft isst. In England hört man sich außerdem die Weihnachtsansprache der Queen an.

Was gibt es zu essen?
In Deutschland beginnt der Verkauf von Lebkuchen ja mittlerweile schon im August, spätestens im Dezember gehören Lebkuchen, Spekulatius und Marzipan einfach dazu. Im orthodoxen Glauben hingegen wird vom 28. November bis zum 7. Januar gefastet.

In den USA und in England liegt das Hauptaugenmerk beim Weihnachtsessen auf dem Truthahn. Dieser wird mit „Stuffing“ aus Brot und Gemüse befüllt. Dazu werden unterschiedliche Beilagen serviert. Die Franzosen essen ebenfalls Truthahn, während in Italien am 24.12. gar kein Fleisch gegessen wird, sondern Aal.

Ein typisches Dessert gibt es in Dänemark: An Weihnachten isst man „Risalmande“, also Milchreis, in dem eine einzige Mandel versteckt ist. Wer die Mandel findet, bekommt ein kleines Geschenk, die „Mandelgave“, meistens in Form eines Marzipanschweins oder einem Spielzeug. Süßes gibt es auch in Großbritannien und Irland: der „Plumpudding“ zum Weihnachtsessen darf hier nicht fehlen. Dabei handelt es sich um einen Pudding mit Trockenobst, der am Tisch mit Brandy übergossen und flambiert wird. Eine liebenswürdige Tradition findet man in Japan: Hier backt man eine Geburtstagstorte für das Christkind.

Wer bringt die Geschenke?
Die wahrscheinlich bekannteste Figur des Geschenkeüberbringers nimmt Santa Claus, also der Weihnachtsmann, ein, auf den auch einige Kinder aus Deutschland an Heiligabend warten. Vorbild für die Figur war der heilige Nikolaus von Myra, der in seinen Lebzeiten einige Wunder vollbracht und auch Menschen beschenkt hat. In der amerikanischen Kunst und Literatur entwickelte sich daraus das Bild des zipfelmützetragenden, bärtigen Mannes, das ab 1931 von Coca-Cola popularisiert wurde. In den USA fliegt er mit einem von Rentieren gezogenen Schlitten zu den Kindern, kommt durch den Schornstein herein und steckt Geschenke in die von den Kindern am Kamin aufgehängten Strümpfe. In England ist er auch unter dem Namen „Father Christmas“ bekannt.

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In den USA bringt Santa Claus die Geschenke


Auch in anderen Ländern ist die Vorstellung eines älteren Mannes als Gabenbringer beliebt. In Russland zum Beispiel übernimmt Väterchen Frost diese Rolle, der von seiner Enkelin, dem Schneemädchen, begleitet wird. Die beiden sind auch mit einem Schlitten unterwegs, dieser wird aber von Pferden gezogen. Väterchen Frost ähnelt dem Weihnachtsmann in vielen Punkten, wird aber auch oft in einem blauen Mantel dargestellt. Dem Weihnachtsmann ähnliche Figuren findet man auch in Frankreich, als Père Noel, in Finnland unter dem Namen Joulupukki und in einigen anderen Ländern unter den landestypischen Bezeichnungen wieder.

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In Russland gibt es die Geschenke erst am 7.Januar


Eine ganz andere Vorstellung vom heimlichen Geschenkeüberbringer haben die Kinder in Italien: Hier besucht die Hexe Befana die in der Nacht zum Dreikönigstag kommt um den Kindern Geschenke in die Schuhe zu stecken. Der Sage nach soll Befana von den drei Hirten, die uns als die heiligen Drei Könige bekannt sind, von der Geburt des Erlösers erfahren haben. Da der Stern, der auch die Könige zum Jesuskind geführt hatte, verloschen war und sie es deshalb nicht finden konnte, flog sie von Haus zu Haus und beschenkte die Kinder und hoffte, dass eines dieser Kinder der Erlöser wäre.

Von einer weiteren Sagenfigur werden die norwegischen Kinder beschenkt: dem Nisse. Er trägt zwar auch eine rote Mütze, ähnelt aber aufgrund seiner geringen Größe eher einem Kobold oder Zwerg. Doch auch das Wort Nisse leitet sich vom Namen Niels, der dänischen Form des Namen Nikolaus ab. Ganze 13 Kobolde verteilen in Island die Geschenke. Die Jólasveinar, dt. Weihnachtskerle sind der Sage nach die Söhne einer Riesin, die von 12. bis 26. Dezember von den Bergen herunter kommen um Geschenke zu verteilen und Streiche zu spielen. (Eva Reiland)

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