Neurodermitis – Auslöser, Symptome und Behandlung

Neurodermitis ist eine chronische Hauterkrankung, die die Betroffenen gleich mehrfach belastet. Hautentzündungen, -rötungen und -verdickungen beeinträchtigen die Psyche und können das Selbstwertgefühl mindern. In Schüben tritt ein Juckreiz auf, der zum Kratzen verleitet, was das Problem jedoch noch verstärkt. Eine Heilung ist bisher nicht möglich, jedoch lassen sich die Symptome lindern.

Auslöser
Die Ursachen für die Entstehung einer Neurodermitis sind bisher nicht bekannt. Man vermutet, dass eine erbliche Veranlagung besteht. Allergiker, die auf bestimmte Nahrungsmittel, Pollen oder Milben reagieren, erkranken häufiger als Menschen mit einem intakten Immunsystem. Bei vielen Betroffenen zeigt sich die Neurodermitis bereits im Säuglingsalter, oft lassen die Beschwerden nach der Pubertät nach oder verschwinden zeitweise ganz. Durch diverse Studien konnte belegt werden, dass bestimmte Nahrungsmittel wie Milch, Eiweiß sowie Zitrusfrüchte neue Schübe auslösen können. Aber auch emotionaler Stress spielt bei der Häufigkeit der Schübe sowie deren Intensität eine große Rolle. Letztlich können auch individuell unterschiedliche Materialien in Textilien wie Wolle oder Seide sowie Inhaltsstoffe von Kosmetika die Erkrankung verschlimmern. Selbst das Baden im Süßwasser kann für die Verstärkung der Symptome verantwortlich sein.

Symptome
Die Neurodermitis äußert sich durch starke oberflächliche Entzündungen der Haut, die in bestimmten Verläufen gerötet erscheint und nässen kann. Zusätzlich tritt ein Juckreiz auf, der von der Intensität her variiert. Je nach Art der Neurodermitis können die Symptome voneinander abweichen. Beim Säugling beginnen die Hautveränderungen etwa ab dem dritten Lebensmonat mit Rötungen und einer Bläschenbildung im Gesicht, insbesondere auf den Wangen sowie auf der Kopfhaut. Trockene Stellen können schuppen. Beim Jugendlichen und Erwachsenen sprechen Fachleute von der atopischen Dermatitis, die sich mit meist symmetrisch auftretenden Hautveränderungen präsentiert, beispielsweise im Gesicht, im Nacken, in den Kniekehlen oder auf den Kniescheiben, an den Ellenbogen oder in den Armbeugen. Die Haut ist entweder verdickt und schuppt oder sie rötet sich und kann nässen. Teilweise treten Pigmentveränderungen auf. Je nach Verlauf können die Symptome stärker oder schwächer ausfallen, wobei auch der für die Erkrankung typische Juckreiz variiert. Kratzt der Betroffene, kann die Haut reißen. Krankheitskeime können in untere Hautschichten und in die Blutbahn eintreten. In der Folge sind Verschlimmerungen des Zustands sowie Infektionen möglich.

Komplikationen
Zerkratzte Haut kann schwere Hautschäden nach sich ziehen, die nach dem Abheilen Narben hinterlassen. Dadurch leidet die Psyche noch stärker. Dies wiederum kann zu neuen Krankheitsschüben führen, wodurch ein Kreislauf entsteht. Wichtig ist, diesen zu unterbrechen und die Symptome zu lindern.

Behandlung
Während des Auftretens von Schüben sind medikamentöse Behandlungen mit Kortison oft die einzige Möglichkeit, den Krankheitsverlauf zu lindern. Dieses Mittel wird häufig in Form von Salben oder Cremes verschrieben. Allerdings darf das Medikament nicht zu lange angewendet werden, weil es selbst zu Hautveränderungen führt und die Haut empfindlicher macht. Insofern macht es Sinn, Kortison nur im Notfall anzuwenden und nach dem Abklingen der stärksten Beschwerden auf andere Medikamente zurückzugreifen. Dies können teerhaltige Arzneimittel oder Antihistaminika sein. Letztere werden eigentlich gegen allergische Reaktionen verschrieben.

Wichtig ist außerdem, dass die Betroffenen lernen, Stress gezielt abzubauen. Nur so lassen sich Stresshormone, die Schübe auslösen können, in Schach halten. Geeignet sind Entspannungstechniken, Yoga oder sportliche Freizeitbetätigungen wie Laufen, Wandern beziehungsweise Schwimmen. Allgemeine Verhaltensregeln gibt es nicht für Menschen, die an einer Neurodermitis leiden. Dennoch dürften die nachfolgenden Tipps vielen Betroffenen helfen.

So kommt es darauf an, im Alltag einen gesunden Rhythmus zwischen Anspannung und Entspannung zu finden. Geregelte Arbeitszeiten mit ausreichend langen Pausen tragen zum allgemeinen Wohlbefinden bei und helfen dabei, Krankheitsschübe zu vermeiden. Wer auf bestimmte Nahrungsmittel oder Kosmetika reagiert, sollte auf sie verzichten. Das Baden im Salzwasser lindert in vielen Fällen die Beschwerden, weshalb ein Urlaub am Meer den Betroffenen gleich doppelt zugute kommt.

Um die strapazierte Haut zu entlasten, sollte sie gut gepflegt werden. In leichten Fällen helfen Körperlotionen und Cremes, die Feuchtigkeit spenden und die Fähigkeit erhöhen, Wasser in den Zellen zu speichern. Ein Inhaltsstoff in Körperpflegeprodukten, der als wohltuend empfunden wird, ist Urea. Je höher der Anteil im Produkt ist, desto sparsamer kann es verwendet werden.

Nach Möglichkeit sollten an Neurodermitis Erkrankte mechanische Reizungen der betroffenen Hautareale vermeiden, beispielsweise keine zu enge Kleidung tragen oder sich am Strand nicht direkt in den Sand legen. Sollten Hautinfektionen auftreten, sollten diese abgedeckt werden. Dadurch können keine weiteren Keime in die Haut gelangen und der Betroffene wird am Kratzen auf der Haut gehindert.

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