Schlafstörungen erfolgreich behandeln

Während der nächtlichen Ruhephase spult der Organismus eine Vielfalt an Sonderprogrammen ab. Neben der Entgiftung und Regeneration verarbeitet auch das Gehirn in dieser Zeit all die Eindrücke des Tages. Jede einzelne Schlafphase hat ihre ganz besondere Bedeutung und läuft normalerweise perfekt und planmäßig ab. Eine Störung im Ablauf ist fatal.

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Ab wann spricht man von Schlafstörungen?
Mittlerweile leidet eine Vielzahl der Menschen in den Industrieländern an Schlafstörungen. Bedingt durch den neumodischen Lebensstil und der Entfernung vom Ursprünglichen wird es immer schwieriger zu entspannen und sich nachts zu erholen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Nacht nur 6 Stunden andauert. Auch Urvölker schlafen in der Regel nicht länger als 7 Stunden am Stück. Vielmehr spielt die Qualität des Schlafes die essenzielle Rolle. Bereitet das Einschlafen Probleme, kann dies auf eine Schlafstörung hindeuten. Auch nächtliches Aufwachen und das nicht zurück in den Schlaf finden, deutet auf eine Störung hin. Weiter können Schnarchen und Atempausen in der Nacht auf ein Problem hinweisen.

Die Ursachen sind vielfältig
Die Gründe für Schlafstörungen sind sehr unterschiedlich. Zumeist tritt das Problem bei Menschen auf, die über längere Zeit unter hohem Druck und Stress stehen. Das vegetative Nervensystem ist überreizt und findet einfach nicht zur Ruhe. Dazu kommt das Gedankenchaos im Kopf, welches nicht aufhören kann sich zu drehen, gepaart mit dem Konsum von aufhellenden und wachhaltenden Stoffen, wie beispielsweise Koffein. Auch das abendliche Fernsehritual sowie die Strahlung von Elektrogeräten und der Einsatz künstlicher Lichtquellen im Schlafbereich können dazu beitragen, dass der Körper nicht in den Schlaf findet oder der Schlaf unterbrochen wird. Es ist ein Teufelskreis, der nur durch Veränderung im Lebensstil aufgehoben werden kann.
Neben psychischen Ursachen können die Gründe für Schlafstörungen natürlich auch physisch bedingt sein. Akute Erkrankungen als auch chronisches Schnarchen und Atemaussetzer sind hier aufzuzeigen. Auch banale Dinge, wie der nächtliche Toilettengang, unterbinden eine durchgängige Schlafpause.

Die Folgen
Bekommt der Organismus nicht die Erholung, die er benötigt, kommt es zum Leistungseinbruch. Neben Reizbarkeit und Mangel an Konzentration kann es zu Magenbeschwerden und Bluthochdruck kommen. Hält die Störung an, steigt das Risiko von Herz- und Kreislauf-Erkrankungen. Das Immunsystem wird geschwächt, daraus resultiert eine hohe Infektanfälligkeit. Der Körper altert und die Lebenserwartung sinkt.

Wie können Schlafstörungen behoben werden?
Viele Wege führen nach Rom und so gibt es auch beim Thema Schlafstörung mehrere Ansatzpunkte, um wieder zu gesundem Schlaf zu kommen. Die schnellste Option ist das Konsumieren von Schlafmitteln. Dies sollte jedoch gründlich überlegt werden, da die Wirkung zwar schnell eintritt, das Problem an sich jedoch nicht löst, sondern lediglich die Symptome bekämpft, im weiteren Verlauf die Problematik jedoch noch weiter verstärkt. Zudem besteht eine hohe Gefahr der Abhängigkeit. Sinnvoller und erfolgversprechender ist das Überdenken des eigenen Lebensstils und das Ergründen der Ursache, wobei körperliche von einem Arzt ausgeschlossen werden sollten.
Um herauszufinden, ob der Grund für die Schlafstörung im unmittelbaren Umfeld zu finden ist, bietet sich das Beantworten folgender Fragen an:

  • bietet der Schlafplatz eine Möglichkeit des Entspannens?
  • gibt es Störfaktoren im Umfeld dessen?
  • welche Gedanken gehen beim Zubettgehen durch den Kopf?
  • wie verläuft der Alltag?
  • wie gestalten sich die Essgewohnheiten?
  • welches Ritual wird vor dem Schlafengehen praktiziert?

Meist hilft schon eine kleine Veränderung in der täglichen Routine dabei, um besser zu schlafen. Folgende Tipps könnten dabei helfen: Der Schlafplatz ist ein Ort der Erholung. Je gemütlicher und bequemer, desto besser ist die Schlafqualität. Elektrische Geräte sollten aus dem Schlafbereich verbannt werden. Dazu zählt das Handy genauso wie das Fernsehgerät. Das W-LAN sollte nachts abgeschaltet und auch künstliche Lichtquellen weit möglichst eliminiert werden. Negative Gedanken und Sorgen oder die Planung des nächsten Tages führen dazu, dass das Gehirn weiter auf Hochtouren läuft. Bewusste und positive Gedankengänge beruhigen dieses. Allein die Absicht, die aufregenden Gedankenmuster abzulegen, kann bereits hilfreich sein. Es bedarf anfangs einer gewissen Übung, sich auf schöne Dinge zu konzentrieren und bewusst von alten Gewohnheiten zu distanzieren. Die Bemühung wird sich jedoch lohnen und dazu führen, dass die Anspannung abfällt und das Hinübergleiten in die Welt des Schlafes um vieles einfacher vonstattengehen wird. Um abends entspannter zu sein, sollte auch der Tag so ruhig wie möglich durchlebt werden. Das Einbringen von regelmäßigem Innehalten und gezieltem Entschleunigen hat zum Ziel, dass auch der Abend ruhiger verlaufen kann, welches eine wichtige Voraussetzung von ungestörtem Schlaf ist. Eine weitere Rolle spielt die richtige Ernährung. Wer täglich Unmengen an Kaffee oder aufputschende Getränke konsumiert, vielleicht sogar bis in den Abend hinein, wird seinen Körper künstlich im Wachzustand halten. Auch nährstoffarme Speisen sorgen dafür, dass dem Körper wichtige Stoffe fehlen, um mit dem Stresspegel umzugehen. Das natürliche Gleichgewicht wird gestört. Wer eine gesunde Ernährungsweise praktiziert, wird in jeder Hinsicht davon profitieren. Der Körper kann zum einen gelassener mit den Herausforderungen des Alltags umgehen, zum anderen kann er sich dadurch selbst regulieren und in seiner gesunden Mitte verweilen, was sich selbstverständlich auch im Schlafverhalten widerspiegelt.

Gesunder Schlaf steht für Lebensqualität und je eher Störungen im Schlafrhythmus erkannt werden, desto leichter lassen sich diese beheben und das Leben wieder zu dem werden, was es ist. Lebenswert. // Foto: © Antonioguillem – Fotolia.com

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