Unser „Wiesnguide“ zum Münchner Oktoberfest

Das Oktoberfest ist ein traditionelles Volksfest, welches jährlich (dieses Jahr vom 21. September bis 6. Oktober 2019) auf der Theresienwiese im Herzen Münchens stattfindet. Das Fest ist weltbekannt, deshalb wird es alljährlich von tausenden von Besuchern angesteuert.

Oktoberfeste gibt es mittlerweile in immer mehr Städten, diese sind jedoch kleiner als das Original. Wer auf die Wiesn gehen möchte, der sollte sich bereits im Vorfeld eine entsprechende Tracht zulegen. Die Damenwelt kleidet sich traditionell mit einem Dirndl, der Herr erscheint in Lederhose und Trachtenhemd. Auf den Wiesn selbst bekommt man dann einiges geboten. Die Traditionsbrauereien sind mit ihren großen Festzelten vertreten, es gibt Spezialitäten zu kaufen und Fahrgeschäfte für Groß und Klein. Für Essen und Trinken ist natürlich ausreichend gesorgt.

Anreise und Tischreservierungen im Vorfeld klären
Die Theresienwiese umfasst eine Fläche von etwa 42 Hektar und liegt im Münchener Stadtteil Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt. Sie liegt in der Nähe des Hauptbahnhofs und kann mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreicht werden. Die Haltestellen im Umkreis der Theresienwiese heißen Goetheplatz, Theresienwiese, Hackerbrücke und Schwanthalerhöhe. Eine Anreise mit dem eigenen PKW wird nicht empfohlen, weil die Parkmöglichkeiten eher beschränkt sind. Auf dem Festplatz finden viele kleine Zelte und die 14 großen Festzelte platz. Die Traditionsbrauereien sind mit ihren Zelten ebenso wie das Weinzelt, Fischer-Vroni, das Armbrustschützenzelt und Käfer’s Wies’n-Schänke, vertreten. In den Zelten können Tische reserviert werden, damit man mit den Freunden an einem bestimmten Tag feiern gehen kann. Die Reservierungen gelten meistens einige Stunden und können für die Mittags- oder Abendzeit vorgenommen werden. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, ohne Reservierung einen Platz an einem Tisch zu bekommen, weil die Wirte nur eine bestimmte Anzahl der Plätze reservieren dürfen. Wer sich Plätze sichern möchte, sollte sich bereits im Frühjahr darum kümmern, denn die Tickets sind schnell vergriffen. Stammgäste bekommen bei den beliebten Tickets für die Abende oder die Wochenenden meist den Vorzug. Die Festwirte bieten Reservierungen per Telefon oder über das Internet an. Die Reservierungen sind grundsätzlich kostenlos, es müssen allerdings Verzehrgutscheine erworben und im Vorfeld bezahlt werden. Die Gutscheine bekommt man zugesandt oder kann sie im Büro auf der Theresienwiese abholen. Ohne einen Sitzplatz bekommt man normalerweise keine Maß, es gibt nur kleine Stehbereiche in den Zelten. Um einen Platz ohne Reservierung zu bekommen, sollte man möglichst früh im Zelt sein, denn die Zelte sind bereits ab 10 Uhr voll. Grundsätzlich ist die Lage in der Woche entspannter als am Wochenende und kleine Gruppen haben bessere Chancen als große. Generell sollte man freundlich nachfragen, dann hat man die besten Chancen auf einen Platz ohne Reservierung.

Der perfekte Tag auf dem Oktoberfest
Beim idealen Wiesenbesuch stehen Spaß und die bayerische Lebensfreude auf dem Programm. Man sollte genügend Zeit für einen Bummel über den Festplatz mitbringen, denn es gibt viele historische Fahrgeschäfte, bayerische Spezialitäten und weitere Attraktionen zu entdecken. In den kleinen Zelten ist die Wartezeit meist geringer als in den großen, wenn man keinen Tisch reserviert hat. Dort entdeckt man teilweise feine Spezialitäten und kann in Ruhe seine Maß genießen. Für Familien eignen sich am besten die Dienstage, denn dienstags ist Familientag. Den Tag beginnt man am besten mit einem traditionellen Weißwurstfrühstück inklusive Brezen und einem Weißbier, damit man eine gute Grundlage für den Tag hat. Ohne Zeltreservierung muss man früh da sein, sonst sind die Zelte wegen Überfüllung geschlossen. Wer keine Lust auf ein Zelt hat, kann sich in den Biergarten setzen, über die Wiesen schlendern oder die Fahrgeschäfte ausprobieren. Eine Fahrt mit dem Riesenrad bietet einen tollen Ausblick über das Festgelände. Zur Mittagszeit muss natürlich niemand Hunger leiden, traditionell versorgt man sich mit einer Haxn, einem Steckerl-Fisch oder einem Hendl, allerdings stehen auch viele andere kulinarische Spezialitäten aus der ganzen Welt zur Verfügung. Auf der Oiden Wiesn geht es etwas beschaulicher zu, hier kann man das Oktoberfest von seiner traditionellen Seite kennenlernen. Das letzte Bier wird abends um 22:30 Uhr ausgeschenkt, denn um 23:30 Uhr schließen die Zelte bereits. Lediglich im Käfer- und im Weinzelt geht es bis 0:30 Uhr zur Sache. Rund um das Festgelände finden sogenannte After-Wiesn-Partys statt.

Hunger und Durst erfolgreich bekämpfen
Auf den Wiesn kann man sich die typischen Oktoberfest-Spezialitäten nur schwer entgehen lassen. Das Angebot ist ziemlich groß und die Angebote für Vegetarier und Veganer werden in den letzten Jahren immer mehr. Die Traditionsbrauereien Paulaner, Löwenbräu, Augustiner, Hacker Pschor, Hofbräu und Spaten bringen ihr eigenes Bier mit in die Festzelte. Es gibt natürlich auch Radler und alkoholfreie Getränke, damit jeder auf seine Kosten kommt. Wer Wein- oder Kaffee trinken möchte, wird in den entsprechenden Zelten fündig. Essen und Trinken können in den Zelten gegen Gutscheine bzw. Marken erworben werden. Es dürften keine Glasfalschen mit auf Festgelände gebracht werden, weil die Sicherheitsvorschriften dies verbieten. Man darf natürlich seine eigene Brotzeit mitbringen und im Biergarten verzehren. Das Essen ist traditionell deftig oder süß, da sollte für jeden etwas dabei sein. Die meisten Gerichte sind echte Kalorienbomben, aber bei einem Besuch der Wiesn sollte der Spaß im Vordergrund stehen. Alkohol auf nüchternen Magen kann gefährlich sein, deshalb bietet jedes Festzelt eine umfangreiche Speisekarte an. Das erste Fass wird traditionell vom Münchner Oberbürgermeister angestochen, vorher darf auf der Theresienwiese kein Bier ausgeschenkt werden. Der Anstich findet immer am ersten Samstag des Oktoberfests um 12 Uhr im Schottenhammelzelt statt. Den offiziellen Fassanstich gibt es seit 1950 und im Anschluss werden zwölf Böllerschüsse abgefeuert.

Sicherheits- und Verhaltensregeln auf dem Festgelände
Die Bayern legen viel Wert auf Gemütlichkeit und Geselligkeit, darauf muss man sich einlassen, wenn man das Fest besucht. Damen sollten wissen, dass sie mit der Position ihrer Dirndl-Schleife ihren Beziehungsstatus signalisieren. Ist die Schleife auf der, von vorne betrachtet, rechten Seite gebunden, bedeutet das „Single“. Vergebene Frauen sollten die Schleife auf der linken Seite binden. Schunkeln und Tanzen gehören dazu, am besten kennt man auch einige der beliebten Lieder auswendig. Ausgiebiges Tanzen ist auf den Wiesn ausdrücklich erwünscht, dass kann man auch auf den Bänken machen. Auf den Tischen haben die Füße jedoch nichts verloren und man kann schnell einen Verweis aus dem Zelt riskieren. Aufgrund der gestiegenen Zahl an Alkoholexzessen ist es heutzutage verboten, seine Maß auf Ex zu trinken. Hier kann es eine Verwarnung geben. Eine Bedienung sollte stets mit Rücksicht und Freundlichkeit behandelt werden, weil sie einen schweren Job macht. Ein Trinkgeld gehört zum guten Ton, Anfassen und anzügliche Bemerkungen hingegen sind Tabu. Man sollte auf dem Fest eine traditionelle Tracht tragen, muss es aber nicht. Verpönt sind billige Nachmachen aus Plastik. Der Bavariahang scheint zum relaxen einzuladen, wird jedoch von vielen Betrunkenen zur Erleichterung genutzt, deshalb eignet er sich nicht besonders gut zum Ausruhen. Das Sicherheitskonzept der Wiesn wird jedes Jahr überarbeitet. Für Frauen und Mädchen gibt es mittlerweile eine eigene Anlaufstelle. Wer in einer größeren Gruppe unterwegs ist, sollte einen Treffpunkt vereinbaren, falls mal jemand in den Menschenmassen verloren geht. Zwischen den Bieren sollte man sich eine ausreichend große Pause gönnen und langsam trinken, weil das Bier sonst sehr schnell anschlägt und man schnell an seine Grenze kommt. Im Notfall sollte man sich nicht scheuen Hilfe zu rufen. Wertsachen sollten eng am Körper getragen werden, damit Taschendiebe keine Chance haben. Auf den eigenen Bierkrug sollte man immer gut aufpassen, sonst trinkt man schnell aus dem Falschen oder jemand anderes trinkt aus dem eigenen. Der Heimweg sollte bereits im Vorfeld geplant werden, am besten schreibt man sich die geplante Verbindung auf.

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