Rohrbrunn: Nach hochgefährlicher Flucht vor Streife auf Autobahn – Polizei nimmt 30-jährigen Falschfahrer fest – Richter erlässt Haftbefehl

In der Nacht von Donnerstag, 17.10.2019 auf Freitag, 18.10.2019, hat ein 30-Jähriger auf der Flucht vor der Polizei als Falschfahrer mehrere Verkehrsteilnehmer und auch zwei Beamte gefährdet. Der Beschuldigte wurde festgenommen und sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Verkehrsteilnehmer, die durch den Renault-Fahrer gefährdet wurden, werden gebeten, sich bei der Verkehrspolizei Aschaffenburg-Hösbach zu melden.

Kurz nach Mitternacht hatte eine Streife der Verkehrspolizeiinspektion Aschaffenburg-Hösbach den Entschluss gefasst, auf der A 3 in Fahrtrichtung Frankfurt einen Renault Twingo einer Kontrolle zu unterziehen. Auf die Anhaltesignale der Streife reagierte der Fahrer jedoch nicht, sondern beschleunigte seine Fahrt und wechselte an der Anschlussstelle Rohrbrunn auf die Gegenfahrbahn. Als Falschfahrer setzte er seine Fahrt nun in Richtung Würzburg bis zur Rastanlage Spessart-Nord fort. Eine weitere Streife hatte sich dort bereits positioniert und erwartete den Twingo, um ihn anzuhalten.

Der Fahrer des Renaults fuhr beschleunigt zunächst auf den Streifenwagen und dann auch auf die Beamten zu, die sich zwischenzeitlich sicherheitshalber ins Freie gerettet hatten. Als diese zwei Warnschüsse gezielt in die Luft abgaben, drehte der Mann um und fuhr erneut als Falschfahrer auf die A 3 in Richtung Würzburg auf. Während die Aschaffenburger Verkehrspolizei zahlreiche Streifen aus benachbarten Dienststellen mit in den Einsatz holte, umfuhr der Beschuldigte in Schlangenlinien entgegenkommende Fahrzeuge bis er nach einem Kilometer seinen Pkw auf der Fahrbahn wendete und die Fahrt wieder Richtung Frankfurt aufnahm. Bei Weibersbrunn verließ der Mann schließlich die Autobahn und fuhr mit rücksichtslosen und hochgefährlichen Fahrmanövern teilweise im Gegenverkehr. Auch innerorts war er mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs und gefährdete hier entgegenkommende Verkehrsteilnehmer.

Eine Streife der Zivilen Einsatzgruppe schaffte es schließlich in Aschaffenburg in der Würzburger Straße gegen 0.30 Uhr, den Renault unter Einsatz ihres eigenen Fahrzeuges zum Anhalten zu zwingen. Der 30 Jahre alte Fahrer und seine zwölf Jahre jüngere Beifahrerin wurden umgehend festgenommen. Der mögliche Grund für die halsbrecherische Flucht des Mannes zeigte sich bei der anschließenden Sachverhaltsaufnahme: Der 30-Jährige stand offenbar unter Drogeneinfluss, ist nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis und führte neben einem Einhandmesser auch geringe Mengen Amphetamin bei sich. Das Fahrzeug hat keine Zulassung und die Kennzeichen des Twingos sind als gestohlen gemeldet. Auch bei der 18 Jahre alten Frau fanden die Polizisten geringe Mengen Betäubungsmittel. Das Marihuana wurde sichergestellt.

Beide Personen, die keinen regelmäßigen Wohnsitz in Deutschland haben, wurden zu Polizeidienststellen gebracht, wo der 30-Jährige sich einer Blutentnahme unterziehen musste. Die Begleiterin des Beschuldigten wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg wurde der Tatverdächtige am Nachmittag dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Der erließ Untersuchungshaftbefehl aufgrund der Fluchtgefahr. Der 30-Jährige wurde im Anschluss in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

Die Ermittler bitten Verkehrsteilnehmer, die durch die Fahrmanöver des Beschuldigten auf der A3 und auch auf der Staatsstraße 2312 von Weibersbrunn über Hessenthal in Richtung Aschaffenburg gefährdete wurden, sich dringend mit der Verkehrspolizeiinspektion Aschaffenburg-Hösbach unter Tel. 06021/857-2530 in Verbindung zu setzen.

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