Basische Ernährung: Was, warum und wie

Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen, Migräne – diese Symptome können mit einer Übersäuerung zusammenhängen. Hier hilft die basische Ernährung, über welche wir Ihnen die wichtigsten Fakten zusammengeschrieben haben.

Basische Ernährung: Was, warum und wie
„Ich bin so sauer“ – das kann auch wortwörtlich genommen werden. Im Körper befindet sich naturgemäß ein Säure-Basen-Haushalt, welcher das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper beschreibt. Dieser wird durch die Ernährung, aber auch durch verschiedene Prozesse im Körper reguliert. Bekannter ist sicherlich der „pH-Wert“, welcher den Säuren-Basen-Haushalt quasi angibt. Ein optimaler pH-Wert wäre dabei 7,4. Dies dient selbstverständlich als Richtwert, denn weitverbreitet ist er nicht. Liegt er jedoch weit darunter, können wir von einer Übersäuerung (mediz. Azidose) reden – und die tut nicht gut!

Wieso eine Übersäuerung die Lebensqualität einschränkt
Ständige Müdigkeit, Kopfschmerzen, Sodbrennen und Muskelschmerzen sind allesamt klassische Symptome, welche scheinbar an einer Liste aus Ursachen liegen können. Eine häufige davon ist die Übersäuerung. Nehmen Sie nämlich zu viel säurebildende Lebensmittel auf, bringt dies den Säuren-Basen-Haushalt durcheinander. Liegt dieser (weit) unter 7,4 kommt es zu eben obengenannten Symptomen, darausfolgenden Krankheiten und einem generellen Unwohlsein. Doch die Übersäuerung kommt nicht aus dem Nichts, sondern ist selbstverschuldet.

Der Säure-Basen-Haushalt wird hauptsächlich durch Nieren, Lunge und Leber reguliert. So wird überschüssige Säure mit der Atmung oder dem Urin ausgeschieden. Nehmen Sie weit zu viele säurebildende Lebensmittel zu sich, helfen auch die Schutzmechanismen Ihres Körpers nicht mehr – eine Ernährungsumstellung muss her! Wie immer, geht es hier um die Ausgewogenheit. Denn für ein paar stark säurebildende Speisen sind die Regulationsmechanismen des Körpers gewappnet. Eine dauerhaft ungesunde Ernährung, wenig Bewegung und eine geringe Flüssigkeitsaufnahme begünstigen jedoch die anbahnende chronische Übersäuerung.

Die Lösung: basische Ernährung
Kurzgefasst: Wir sind ständig sauer und wir wollen dies nicht mehr sein. Dann muss der Körper wieder an einen optimalen pH-Wert herantasten. Dazu müssen statt säure-hauptsächlich basenbildende Nahrungsmittel bevorzugt werden. Bei einem Blick auf die dazugehörigen Lebensmittelliste, kann man einen Trend zu schlichtweg Gesundem feststellen. Es wird zwar gezielt versucht den Säure-Basen-Haushalt zu beeinflussen, jedoch eignet sich eine basische Ernährung auch hervorragend zum Abnehmen. Denn tabu sind kurzum alle Speisen und Lebensmittel aus Getreide, Fleisch und Fisch, Milch und Milchprodukte sowie Eier. Dementsprechend ist die basische Ernährung eigentlich vegan. Zu tierischen Produkten, welche eben säurebildend wirken, sollten Sie gar nicht oder nur in Maßen greifen. Da eine basische Ernährung jedoch nur bedingt als dauerhafte Lösung gilt, rentiert sich eine sogenannte Basenfasten-Kur.

Von sauer zu optimal: Basenfasten-Kur
Eine basischer Ernährung ist nahrhaft, gesund und kann darüber hinaus schmackhaft sein. Trotzdem fällt es den meisten Personen schwer, sich wirklich dauerhaft an sie zu halten. Aus diesem Grund eignet sich eine mehrwöchige Basenfasten-Kur. In dieser Zeit wird radikal zwischen säure- und basenbildenden Lebensmittel unterschieden. Das Ziel ist es, in kurzer Zeit den Körper in den optimalen pH-Wert zu bewegen. Hier sei jedoch gesagt, dass die Konsultierung eines Arztes oder eines Ernährungsberaters zu bevorzugen ist. Denn ohne Getreide, Fleisch und Milchprodukte kann es vorkommen, dass Sie unterbewusst zu wenige Kalorien aufnehmen. Auch wenn die Basenfasten-Kur teilweise der Gewichtsabnahme dient, sind bei einem starken Mangel andere Nebeneffekte zu erwarten. Schreiben Sie am besten ein Ernährungstagebuch oder planen Sie Ihre Woche mithilfe von Nährwertangaben. Während der quasi säurefreien Zeit werden Sie auch nicht um einen Plan herumkommen. Denn vor allem wichtige Nährwerte, wie Proteine, müssen gezielt aufgenommen werden. Doch wie erwähnt: Die basische Ernährung ist nicht nur gesund, sondern auch einfach schmackhaft.

Diese Lebensmittel sind basisch
Kein Fleisch, keine Wurstwaren, kein Fisch, keine Milchprodukte, kein Getreide, kein Zucker – das klingt am ersten Blick ziemlich einschränkend. Übrig bleiben also Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte. Aus der verbotenen Gruppe können wenig säurebildende Lebensmittel auch zum Kochen herangezogen werden. Denn es wurde ein einfacher Wert entwickelt, der beim Aufrechterhalten des Säure-Basen-Haushalts behilflich ist: der PRAL-Wert.

Der PRAL-Wert bezeichnet die potenzielle renale Säurelast (eng. Potential Renal Acid Load). Er dient als Maßstab um herauszufinden, wie viel Urin für die Erhaltung des optimalen pH-Wertes bei einem bestimmten Lebensmittel ausgeschieden werden müsste. Je niedriger der PRAL-Wert, desto besser eignet sich ein Nahrungsmittel für die basische Ernährung. Sie finden online zahlreiche Listen mit genauen Angaben. Extremwerte hat zum Beispiel Eidotter, mit einem PRAL von 24. Der Fenchel kommt wiederum mit -7,9, was ihn ideal bei einer basischen Ernährung macht.

Es können natürlich alle Listen akribisch studiert und Rezepte zusammengesucht werden. Je nach der Radikalität der Diät beziehungsweise der Ernährungsumstellung können mehr oder weniger Nahrungsmittel mit etwas höheren PRAL-Wert herangezogen werden. Auf Eier, Camembert (PRAL: 14) oder Haferflocken (PRAL: 10,7) sollte vermutlich gänzlich verzichtet werden. Ein Joghurt (PRAL: 1,2) mit frischen Früchten (alle im basenbildenden Bereich)oder ein wenig mageres Rindfleisch (PRAL: 7,8) in einem bunten Salat schaden aber nicht per se. Lassen Sie sich außerdem nicht vom sauren Geschmack von Obst abhalten. Ananas, Orange, Zitrone – sie alle sind basenbildend.

Überhaupt empfiehlt sich eine gewisse Flexibilität bei der Speisewahl. Eine radikal basische Ernährung rentiert sind für eine rasche Maßnahme gegen Übersäuerung sehr wohl. Da kann auch wochenlang auf säurebildende Lebensmittel verzichtet werden. Auf Dauer sind Fleisch, Fisch, Milch und Co. aber nicht schädlich für den Säure-Basen-Haushalt. Denn Ihr Körper ist für die Regulierung gewappnet. Zu einer Übersäuerung kommt es erst, wenn Sie sich dauerhaft zu sauer beziehungsweise schlichtweg ungesund ernährt haben. Nach der Basenfasten-Kur darf es also mit einer ausgewogenen Ernährung weitergehen und auch ein einmaliger Genuss von Pasta mit Käse-Sahne-Sauce wird Ihren pH-Wert nicht aus den Fugen bringen – kein Grund sauer zu sein!

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