Sauna-Trends: Eindrücke für die kommende Wintersaison 2019

Die Sauna – längst ist sie dem Image des dunklen, von der Außenwelt abgeschlossenen Schwitzkastens entwachsen. Der Sauna-Besuch muss für den anspruchsvollen Freizeit-Genießer heute einen „Mehrwert“ bieten, ein Trend, den die Gesundheits- und Wellness-Branche mit ständig neuen Ideen umzusetzen weiß. Lange Zeit war die Sauna entweder eine Blockhütte im Freien, oder ein schlichter Holz-Einbau mit Glastür im Keller. Das hat sich inzwischen grundlegend verändert; schon seit einigen Jahren kann man die Entwicklung hin zum innovativen Sauna-Erlebnis beobachten, das die Spitze noch lange nicht erreicht hat.

Als Ausgleich zu unserem hochtechnisierten, schnelllebigen Alltag wollen wir uns in der Freizeit in der Natur erholen, oder ihr in naturnahen Räumen so nahe wie möglich sein. Das spiegelt sich auch in der Gestaltung der modernen Saunen wider, die heute in Ergänzung zur klassischen Holzkonstruktion verglaste Fensterfronten bieten, die den Blick auf die Natur freigeben. Besonders reizvoll ist dies in Verbindung mit der Aussicht auf herrliche Berg- oder Seen-Landschaften, weshalb sich Hotels, Thermen und Bäder immer größerer Beliebtheit erfreuen, die ihren Besuchern solche grandiosen Kulissen bieten können. Perfekt abgerundet wird ein Sauna-Erlebnis, wenn man vom Sauna- und Ruhebereich aus einen direkten Zugang zu einem See oder sogar ins offene Meer hat.

Die „finnische“ Sauna ist natürlich ein Klassiker, der so schnell nicht aus der Mode kommen wird. Heute werden die Saunen vorzugsweise aus Nadelhölzern wie dem von Zeder, Zirbe oder der Kelo-Kiefer gebaut, die auch nach vielen Jahren noch ihre aromatischen Düfte freigeben. Dazu passend setzt man – traditionell und zeitlos – wohlriechende Berg- und Wiesen-Kräuter ein.

Groß in Mode ist derzeit die Innenraum-Gestaltung der Sauna mit warmen, entspannend wirkenden Farbtönen zwischen Rosé, Orange und Rot. So werden hier als Wandelemente häufig Salzstein-Quader eingebaut, die dem Sauna-Besucher in Farbnuancen zwischen rosa und apricot entgegen schimmern. Schön anzusehen sind auch dekorative Einbauten aus dunklem Granit, einem Stein, der über eine fast mystische Ausstrahlung verfügt. Ein bisschen Glitzer und Glamour ist hier der neueste Schrei – gerne werden Natursteine und Wasserbecken mit großen oder kleinen Glaskristallen bestückt, die gekonnt beleuchtet eine edle Raum-Stimmung verbreiten.

Die etwas altmodisch daher kommende Infrarot-Kabine hat sich in jüngster Zeit ebenfalls – neu aufgelegt – zum Sauna-Trend entwickelt. Das Infrarot-Licht wird in der Regel nur höchstens 50 Grad warm, gilt daher als herz- und kreislaufschonend und ist eine Alternative für alle, die die hohen, trockenen Temperaturen der herkömmlichen Sauna nicht gut vertragen.

Faszinierende Erlebnisse versprechen sogenannte Event-Saunen, die derzeit wie Pilze aus dem Boden sprießen. Hier setzt man auf Performance. So werden dem Sauna-Gast Einlagen in Form von Musicals oder speziellen Themen-Shows, verbunden mit Dolby-Surround-Systemen, Laser- und Lichteffekten, Sprühregen und wabernden Nebelschwaden präsentiert. Dabei gibt ein Sauna-Meister sein Können zum Besten und überrascht die Besucher beispielsweise mit Kugeln aus Eis oder Schnee, die über heißen Lava-Steinen schmelzen und dabei Aromen aus ätherischen Ölen freisetzen.

Über 3D-Leinwände werden dazu passende, stimmungsvolle Bilder übertragen.

Doch nicht nur optisch will der Sauna-Gast inspiriert werden, vielmehr soll das Saunieren ein Erlebnis sein, das alle Sinne anspricht. In diesem Jahr ist der Wald zum großen Thema geworden. Ein „Waldbad“ oder einfach der ausgedehnte Waldspaziergang sind populär wie nie zuvor, und diesem Naturerlebnis möchte man auch gerne in der Sauna nachspüren. Gefragt sind in der aktuellen Saison herb-frische Düfte wie Latschenkiefer und Fichte, die mit Minze, Eukalyptus, Lemongras oder Bergamotte vermischt an saubere, klare Waldluft oder an eine Wanderung im Hochgebirge erinnern.

Beliebt als Sauna-Düfte sind aber auch sinnlich-fruchtige Aromen, als Ergänzung dazu serviert man den Gästen kleine Frucht-Spieße oder erfrischende Getränke.

Zu einem großen Trend haben sich kosmetische Extras entwickelt, die dem Gast vor dem Sauna-Besuch in kleinen Schälchen gereicht werden. Zur Zeit werden dafür besonders gerne Ingredienzen wie Salz, Kaffee, Joghurt oder Honig – oft in Mischungen wie Honig/Salz – verwendet. Sie wirken wie ein natürliches Peeling, reinigen auf sanfte Weise die Haut und machen sie schön glatt und geschmeidig.

Egal, ob nun im öffentlichen Raum oder in der eigenen Sauna: Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Punkt, daher wird immer mehr darauf geachtet, dass die verwendeten Produkte aus biologischem Anbau stammen.

Für die bevorstehenden Herbst- und Wintermonate setzt man verstärkt auf intensiv duftende ätherische Öle wie Pfefferminze, Rosmarin und Salbei, die desinfizierend und antibakteriell auf die Atemwege wirken und unser Allgemeinbefinden positiv beeinflussen.

Neuerdings sehr begehrt ist der Wenik-Aufguss, bei dem ein Birkensud mithilfe eines Birkenzweig-Bündels sanft in die Haut „eingeklopft“ wird. Der Birkenauszug wirkt belebend und durchblutungsfördernd und soll das Immunsystem gegen Infektionskrankheiten stärken.

Dem Trend zum ganzheitlichen Naturerlebnis folgend werden Sauna-Landschaften immer beliebter, die über ein großes Freiluft-Areal, insbesondere auch im Ruhebereich, verfügen. Gerade in der kalten Jahreszeit, wenn draußen Schnee liegt oder Pflanzen und Bäume von feinen Eiskristallen überzogen sind, bildet dies einen reizvollen Kontrast zur wohltuenden Wärme der Sauna.

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