Aschaffenburg: Enforcement-Trailer – Neues Einsatzmittel der Unterfränkischen Polizei gegen Raser

Seit heute, 29.04.2020, ist bei der Verkehrspolizeiinspektion Aschaffenburg-Hösbach ein sogenannter „Enforcement-Trailer“ im Einsatz. Dieser unterstützt die Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei am Untermain mit dem Schwerpunkt Geschwindigkeitsunfälle zu reduzieren. Die falsche Wahl der Geschwindigkeit ist leider ungebrochen die Hauptursache bei Verkehrsunfällen mit getöteten und verletzten Personen. Die Polizei wird das Gerät innerorts und außerorts an Unfallschwerpunkten und im Rahmen der Schulwegüberwachung einsetzen.

Bei dem Enforcement-Trailer handelt es sich um ein digitales Geschwindigkeitsüberwachungsgerät, welches in einem Anhänger betrieben wird. Nach dem Aufbau kann er tagelang ohne Unterbrechung selbstständig Geschwindigkeitsmessungen des Verkehrs durchführen. Der „Anhänger“ wird nur in einem verkehrssicheren Bereich aufgestellt, um selbst keine Verkehrsgefahr zu erzeugen. Der Enforcement-Trailer ist deutlich durch die Aufschrift „Polizei – Geschwindigkeitsüberwachung“ erkennbar. Raser sind also gewarnt.

2019 wurde der Enforcement-Trailer bereits durch die VPI Aschaffenburg-Hösbach probeweise auf der B 469 eingesetzt. Die B 469 ist mit durchschnittlich 340 Verkehrsunfällen im Jahr Teil des polizeilichen Schwerpunktes: „Streckenbezogener Geschwindigkeitsüberwachungsansatz.“ Das Gerät hat sich hierbei bewährt. Zu den positiven Erfahrungen gehört zum Beispiel, dass die Beanstandungsquote um ca. 75 % reduziert werden konnte und auch noch mehrere Wochen nach dem Einsatz des Geräts knapp 30 % weniger Verkehrsunfälle im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen waren. Fakt ist leider auch, dass weniger Verkehrskontrollen ebenfalls wahrgenommen werden und dazu führen, dass das Geschwindigkeitsniveau wieder ansteigt und damit die Anzahl und die Schwere der Verkehrsunfälle zum alten Niveau zurückkehren.

Für eine dauerhafte Verbesserung der Verkehrssicherheit reichen polizeiliche Geschwindigkeitsüberwachungen alleine nicht aus. Die Anzahl der Unfälle und die Folgen hängen maßgeblich von der Einstellung jedes Einzelnen zu den besonderen Gefahren im Straßenverkehr und zur freiwilligen Einhaltung aller Verkehrsregeln ab.

Das heißt ganz konkret:

„Allgemein Fuß vom Gas.“
„Fahren Sie bei Nässe, Glätte und Schnee besonders vorsichtig“.
„Lassen Sie sich beim Fahren nicht ablenken, sondern konzentrieren sie sich auf die Straße“.

Der erstrebte Zeitgewinn durch zu schnelles Fahren ist zumeist sowieso nur gering und rechtfertigt in keinster Weise die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer. Aber bereits geringe Geschwindigkeitsübertretungen verlängern enorm den Bremsweg, sodass diese polizeilichen Appelle nicht nur dem „typischen Raser“ gelten, sondern jedem Fahrzeugführer im Straßenverkehr.

Mit der Einführung des neuen bundesweit einheitlichen Bußgeldkatalogs zum 28. April 2020 haben sich zudem die Verwarnungsgelder verdoppelt. Die Bußgelder haben sich nicht erhöht, allerdings folgen Fahrverbote bereits bei Überschreitungen ab 21 km/h innerorts und ab 26 km/h außerorts. // Foto: (C) Polizei

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